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Jovana Reisinger
Autorin, Filmemacherin
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Jovana Reisinger
Freitag, 30.09.2016
Community piq

über Schocks, Abschiede und der Münchner Einöde

Schlechte Nachrichten! Manchmal kommen sie daher mit einem ordentlichen Schock. Dann reißts einen vom Hocker, vom Stuhl, von der Arschbacke runter, auf der man es sich grad so gemütlich gemacht hat. Aber dann kann einen die Münchner Einöde auch gleich wieder einlullen. Dann ist es ein bisschen fad aber auch so hübsch und so harmonisch und bei richtig gutem Wetter gibt es sogar Berge. Und ein gutes Getränk gibts eigentlich auch überall. Und fesch sind die Leute in der Innenstadt - nur sehr langweilig angezogen.

Damit man auf die restliche Welt nicht vergisst, lohnt sich dann und wann ein Kinobesuch. Es ist wirklich eine Stadt der Filmfestivals. Und jetzt beginnt eine Perle der Kinoerlebnisereignisse: das Underdox - Festival für Dokument und Experiment.

Das Programm überzeugt, die Agenda auch. Und die Kinoauswahl ist exzellent. Am 7. Oktober zum Beispiel wird der Film "those shocking shaking days" im Werkstattkino gezeigt (Deutschlandpremiere).

Die Regisseurin machte einen Antikriegs-Essay "das nicht aufhört, die richtigen Fragen zu stellen" : ,Welcher Freischärlerbefreiungseinheit würden Sie sich anschließen, wenn Sie zwischen zwei möglichen Stilen der Befreiungsarbeit wählen könnten?‘, heißt es gleich zu Beginn in Selma Doborac’ Filmessay, das mit nicht nachlassender Intensität die Frage stellt, ob sich das Phänomen Krieg, jenes Medusenhaupt, dem unentwegt ein weiterer Strang menschlichen Abgrunds zu entwachsen scheint, mit filmischen Mitteln überhaupt darstellen lässt. Ein Film übers Filmemachen, über den Anspruch, aus dem privaten Mikrokosmos herauszutreten und sich mit den Waffen der Ästhetik furchtlos einem überdimensionalen Thema zu stellen.” – das sagt Hanno Millesi, Diagonale Graz - ob man so einen Film überhaupt machen kann, wird sich an diesem Abend überprüfen lassen.

Und ansonsten? Das Underdox beginnt am 6.10. mit der opening ceremony im Filmmuseum: 19:00 Uhr. Nach dem Screening schließt sich ein Empfang im Stadtcafé an.

Bis dahin, auf in die Minga-Tristesse.

über Schocks, Abschiede und der Münchner Einöde
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