Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Community-Kanal:

Fundstücke

Matthias Onken
Matthias Onken
Donnerstag, 02.06.2016
Community piq

Neues Team, Volldampf voraus: CDU holt die Loser vom Platz

Ein gutes Jahr hat die Hamburger CDU gebraucht, sich von ihrem historisch miserablem Abschneiden bei der Bürgerschaftswahl im Februar 2015 einigermaßen zu erholen. Ein gutes Jahr war sie vor allem mit sich selbst beschäftigt. Die langjährigen Funktionäre, mit der Wahl-Klatsche wohl auf ewig als gescheitert gebrandmarkt, wollten sich über die üblichen Macht- und Grabenkämpfe am Leben erhalten. Irgendwie. Koste es, was es wolle, im Zweifel sogar die Chance auf Auferstehung aus Ruinen.

Nun gibt es deutliche Signale für den Aufbruch in eine neue Ära christdemokratischer Landespolitik: Der in der Stadt noch immer ziemlich unbekannte neue Fraktionschef André Trepoll trommelt in der regionalen Presse fast täglich für eine inhaltliche Alternative zur rot-grünen Regierungspolitik. Nicht mehr bloß über Mäkelei an dem was ist, sondern zunehmend mehr über die Präsentation CDU-eigener Konzepte. Mit der noch medienpräsenteren Karin Prien meldet ein zweites Mitglied der arg dezimierten Fraktion Ansprüche auf eine mögliche Spitzenkandidatur 2020 an.

Und nun sollen auch im Landesvorstand die Weichen konsequent auf Neubeginn gestellt werden: Roland Heintze, seit einem Jahr Partei-Chef, übernimmt endgültig die Rolle des Leitwolfs und runderneuert sein Team: schonungslos. Die letzten Granden der Ära Ole von Beust sollen sich auf dem Parteitag am 11. Juni in die politische Bedeutungslosigkeit verabschieden: Ex-Sozialsenator und Ex-Bürgermeister-Vize Wersich, Ex-Umweltsenatorin Gundelach. Auch Bundestagsabgeordneter und Ex-Fast-Senator Kruse soll sich auf sein Mandat zurückziehen. Der darf nach fast geplatztem Deal mit Heintze 2017 zwar nochmal für Berlin kandidieren, der neue Boss sichert sich dafür schon jetzt den Zugriff auf die Europa-Kandidatur. 

So personalisiert sich die CDU auf (fast) allen Ebenen aus dem Tal der Tränen. Nicht nur Rot-Grün wird in den kommenden Monaten öfter hinaufblicken zum Wetterhahn – um zu gucken, ob der oppositionelle Wind anhaltend auffrischt. 

Neues Team, Volldampf voraus: CDU holt die Loser vom Platz
7,5
2 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!