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Jovana Reisinger
Autorin, Filmemacherin
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Jovana Reisinger
Donnerstag, 05.05.2016
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Helge Schneider klingt "so herrlich schneiderisch skurril".

Wenn kein Münchner zur Hand ist, kann man auf einen komischen Nichtmünchner ausweichen, bei dem man sich sicher sein kann, dass er 1. lustig, 2. sehr schlau und 3. sehr umstritten ist, um über München zu plaudern. Mal einen Fremden über die Stadt witzeln lassen. Jawoll.

So nun geschehen mit einem meiner Helden: Helge Schneider. Wenn Christoph Schlingensief die Kamera in Helge Schneider Filmen macht, werde ich ganz klein, so toll finde ich es. Und wenn ich mir die Charaktere aus Helge Schneider Filmen anschaue, frage ich mich warum der eigentlich nie mit Divine gearbeitet hat oder auch einen Fetzen wie Pink Flamingos inszenierte.

Und weil die SZ auf Klasse und nicht auf Masse setzt, bleibt uns dieses Interview vorenthalten, sofern wir nicht für die super Erfindung "SZ PLUS" bezahlen. Na Servas. Frechheit. Und so geht es weiter in der Oberliga: hier ein gratis und fades Sagen Sie jetzt nichts (fad wie immer) und hier ein älteres Interview -welches man auch nur via SZ PLUS lesen darf. Helge Schneider scheint Kohle zu bringen. Oder so.

Aber: Hier gibt es ein gratis Interview in der Zeit, zum 20-jährigen Katzeklo und zu lazy Sido und hier ein empfehlenswertes im Remake des Warholschen Interview Magazines, zu Helges 60. Geburtstag (leider sehr kurz). Dabei gibt es diesen hübschen Dialog:

INTERVIEW: Sie haben sich vor ein paar Jahren öffentlich gewundert, dass das Publikum überhaupt Ihren Humor versteht. Haben Sie sich mittlerweile daran gewöhnt?

SCHNEIDER: Nein. Obwohl ich weiß, woran es liegt. Musik und Humor zu verbinden, ist eine schwierige Sache, die man nicht lernen kann. Viele Leute sind der Meinung, ich würde mit Unsinn Geld verdienen. Dabei ist meine Arbeit absolut nicht unsinnig, sie ist nur nicht wirklich zu fassen.

Da frage ich mich, was so spektakuläres in diesem Süddeutsche Interview steht, dass es dem nichtzahlungsfähigen Leser vorenthalten werden muss. ooops. Ich würde vorschlagen, statt dem SZ Abonnement kaufen wir uns alle Helge Schneider Filme. (übrigens.)

Helge Schneider klingt "so herrlich schneiderisch skurril".
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Kommentare 9
  1. Franz Kotteder
    Franz Kotteder · vor mehr als einem Jahr

    Hallo Jovana, schon mal einen Gedanken daran verschwendet, wer all die schönen kostenlosen Artikel schreibt? Langsam kann ich das Genöle über die Bezahlschranke nicht mehr hören. Im Supermarkt beschwerst Du Dich sicher auch darüber, dass die Milch nicht umsonst ist, ödere? ;-)

    1. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor mehr als einem Jahr

      also ich brauch die Milch nicht umsonst, aber um im Bild zu bleiben: was mich halt wahnsinnig nervt ist, dass ich in dem Supermarkt die Kasse kaum finde, dass ich immer das Gefühl habe, dass es meine Milch woanders umsonst gibt und dass ich in jedem Supermarkt mit einer anderen Währung bezahlen soll. Zusätzlich wollen dann viele Supermärkte auch noch, dass ich die Milch gleich zusammen mit dem Müsli fürs nächste Jahr bezahle, obwohl ich vielleicht nur selten Milch trinke und das Müsli lieber vom anderen Supermarkt nehme. Und die Supermärkte haben zu wenig Bio-Produkte, bzw. häufig eine quasi-sozialistische Produktpalette.

    2. Franz Kotteder
      Franz Kotteder · vor mehr als einem Jahr

      @Marcus von Jordan So, Du kennst einen Supermarkt, der Milch verschenkt?

    3. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor mehr als einem Jahr

      @Franz Kotteder na sinnbildlich...konkret: Das ganze Netz ist voll mit kostenlosen journalistischen Qualitätsangeboten! Mir unverständlich, warum sich die Großen da nicht konzertiert haben und vor allem eben EINE Kasse eingeführt haben...man kann eben auch nicht nölen über Zahlungsunwillige, wenn man sie jahrelang darauf trainiert hat und sich das Angebot nicht oder zu wenig abhebt von dem, was gratis zur Verfügung steht.

    4. Franz Kotteder
      Franz Kotteder · vor mehr als einem Jahr

      @Marcus von Jordan Doch, kann man schon. Journalistische Texte sind nun mal Arbeit, und wenn wenn man sie kostenlos lesen darf, dann muss man das als Geschenk werten. So wie einem der Klempner umsonst eine Dichtung wechselt, zum Beispiel. Wenn man aber ein Geschenk bekommt, dann ist man froh und dankbar. Wenn man aber glaubt, man habe dadurch auf immer und ewig ein Anrecht, etwas geschenkt zu bekommen, dann ist man entweder bekloppt oder schlecht erzogen oder unverschämt. Die andere Frage ist natürlich, ob es klug war, Texte überhaupt zu verschenken. Das mit der EINEN Kasse kann ich nicht akzeptieren. Wenn ich im Netz Klamotten bei verschiedenen Herstellern kaufe, habe ich ja auch jedesmal ein anderes, eigenes Zahlungssystem.

    5. Jovana Reisinger
      Jovana Reisinger · vor mehr als einem Jahr

      Hihihi Franz! Ich wusste, dass dieser Kommentar kommt, ich wusste nur nicht ob von dir, oder von Marcus oder Marco. Ich freu mich darüber; kommen wir gleich zur Diskussion! In meinem hübschen Köpferl verschwende ich so einige Gedanken, danke der Nachfrage, aber das ist dir sicher schon selbst aufgefallen - auch über Bezahlung von Texten (und meine eigene Bezahlung)! Bisserl eingschnappt bin ich, dass du dich sehr häufig übers "genöle" aufregst. Das bringt mir nichts. Meine Kommentare im obigen Text stütze ich übrigens auf diesen Artikel: www.bitkom.org/Presse/Pr...
      Ich finde es spannend, das 2 Drittel der 60% der Internetnutzer die nicht zahlen wollen, sagen, es gebe bereits genügend "gratis" Artikel. 37 Prozent meinen, dass die Qualität der Inhalte keine Bezahlung rechtfertige. (!) 31 Prozent halten die Angebote für zu teuer und immerhin fast ein Viertel (24 Prozent) sagen, dass ihnen das Bezahlen im Internet zu kompliziert ist (lame). Das finde ich spannend. Was ich noch viel spannender finde: kann ich durch meine Bezahlung des Internetjournalismus gewährleisten, dass er unabhängig ist/bleibt/wird?

    6. Franz Kotteder
      Franz Kotteder · vor mehr als einem Jahr

      @Jovana Reisinger Mal abgesehen davon, dass geleistete Arbeit immer Bezahlung rechtfertigt, so sie Arbeit ist: Findest Du Journalismus etwa unabhängiger, wenn er nichts kostet? Das eine hat mit dem anderen leider sehr wenig zu tun. Aber es geht darum, ob die Arbeit, die jemand macht, auch etwas wert ist oder nicht.

    7. Franz Kotteder
      Franz Kotteder · vor mehr als einem Jahr

      "Oder" natürlich, nicht "ödere"...

    8. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor mehr als einem Jahr

      @Franz Kotteder Spannende Diskussion, die hier entstanden ist. Meine unbedeutende Meinung zu dem leidigen Thema:
      Je nachdem durch welche wirtschaftstheoretische Brille man guckt, ist es mitnichten so, dass ein (Markt)Wert automatisch entsteht, nur weil sich ein Marktteilnehmer "Arbeit" macht. Es gibt im Netz keinen getrennten Markt für Journalismus, sondern (aus Nutzerperspektive) schlicht ein (Über)Angebot an kostenlosen Informationen. Ein kleiner Teil davon ist Journalismus und ein kleiner Teil dessen, was sich Journalismus nennt, hat eine so überragende gesellschaftliche Bedeutung, dass, unabhängig noch zu entwickelnder Erlösmodelle, die Finanzierung notfalls durch staatliches Handeln gewährleistet werden muss. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Journalismus und ein unabhängiger Recherchefonds für gesellschaftlich relevante Berichterstattung (vor allem lokale) aus Mitteln des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wären zwei konkrete Maßnahmen um den Druck etwas aus dem Kessel zu nehmen.
      Eine Umerziehung der Nutzer ist vielleicht auch möglich. Allerdings nicht durch Argumente, sondern durch bessere Produkte. Ein Flatrate-Modell wie Spotify oder Netflix könnte evtl. funktionieren.