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Fundstücke

Matthias Onken
Matthias Onken
Dienstag, 31.05.2016
Community piq

Frühe Bürgerbeteiligung, kluge Vorbereitung: So kann's klappen!

Schneller fertig als geplant, Kosten im Griff und das Volk steht hinter dem Projekt: Dafür dürfen sich die Verantwortlichen feiern lassen, wenn der Gotthard Basistunnel nach 16 Jahren Bauzeit morgen eröffnet wird. Aus Hamburger (und Berliner) Sicht ein Phänomen. Mit langen Gesichtern fragen sich die Steuerer von Großprojekten wie Elbphilharmonie und BER: Wie haben die Eidgenossen das bloß hinbekommen?

Der Schweizer Bahnchef Andreas Meyer bringt's auf den Punkt: "Alle können mitreden, hier sogar eine Volksabstimmung. Es gibt keine Überraschungen. Man ist nie nicht gefeit vor Einsprachen, aber die generelle Akzeptanz, die Überzeugung, dass ein solches Projekt notwendig ist, ist schon einmal groß. Damit verbunden auch lange Vorlaufzeiten, wie ich in meinen Lehrjahren gelernt habe: Was man am Anfang eines Projektes nicht richtig aufgleist, lässt sich nachher nicht mehr richtig einholen."

Der Gotthard Basistunnel: zwei Röhren, jeweils 57 Kilometer lang – das ist Weltrekord. Aus norddeutscher politischer Sicht ebenso beeindruckend: Der Schweiz ist es gelungen, die Bürger mehrheitlich hinter das verkehrsstrategische Meisterstück zu bringen. Früh gab es Volksbefragungen zum Vorhaben. Früh hatten die Planer die Menschen hinter sich. In Hamburg hingegen wurden die Regierenden bis auf einen einzigen Bürgerentscheid bislang in allen basisdemokratischen Entscheidungen ausgebremst. Möglicherweise ist das Geheimnis der Zeitpunkt der Volksbeteiligung sowie die akribische Vorbereitung und Transparenz der Baukosten: Die Wähler wissen von Beginn an, was Sache ist. 

Das Tunnelprojekt unterm Gotthard ist ein Lehrstück. Hamburg sollte sich sehr genau ansehen, was hier wie richtig gemacht wurde. Das nächste Großprojekt kommt bestimmt.

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