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Fundstücke

Juliane Becker
Freie Journalistin und Bloggerin
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Juliane Becker
Donnerstag, 03.03.2016
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50 Grades of Shame oder Minus mal Minus ergibt Plus

Ich habe schon einen ganzen Haufen an Inszenierungen von Wedekinds "Frühlings Erwachen" gesehen und keine davon war gut. Wahrscheinlich liegt es an der Thematik: Eltern verpassen es, ihren Kindern genügend über Aufklärung zu erzählen - Boom, schwanger. Das ist sowas von nicht-aktuell, dass jeder Teenie darüber nur gähnend den Kopf schütteln kann.

Was die heutige Premiere angeht, bin ich aber guten Mutes. Denn das feministische Performance-Kollektiv She She Pop vermengt den verstaubten Klassiker mit dem erfolgreichsten Stück "Literatur" der letzten Jahre: E . L. James' absurd schlecht geschriebenem Hausfrauenporno "50 Shades of Grey".

Mit Zeigestock und anschaulichen Bildtafeln, entlang der Szenen aus "Frühlings Erwachen" und Motiven aus E. L. James Roman "50 Shades of Grey" entwickeln sie eine ars erotica im Frontalunterricht: eine vertrauensvolle Unterweisung der Unerfahrenen mit den Mitteln der Kunst. Ein bewegter Bilderbogen von 50 Graden der Scham.

Nach den Regeln der Mathematik müsste das gut klappen: Minus mal Minus ergibt Plus. Schlechtes Jugenddrama mal schlechter Erotikroman ergibt eine sehenswerte Inszenierung. Hoffe ich.

Premiere heute, 20:00 Uhr, Kammer 1

50 Grades of Shame oder Minus mal Minus ergibt Plus
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