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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Montag, 07.11.2016

Wessen Krise? Flüchtlinge halten Europa einen Spiegel vor

Der Begriff der 'Flüchtlingskrise' wird aus diversen Gründen kritisiert, zum einen, da damit jene, die in Europa Schutz suchen, als Verursacher einer Krise dargestellt würden. Tatsächlich ist die Ankunft von 1 Millionen Flüchtlingen kein Grund für eine Krise für einen Kontinent mit mehr als 500 Millionen Einwohnern. Und doch lässt sich von einer Krise sprechen:

In fact, Europe isn’t confronted with a refugee and migrant crisis. It’s the refugees and migrants who are confronted with a crisis of Europe. 

Und diese Krise Europas, auf die Flüchtlinge gestoßen sind, ist eine politische, in der sich Europa fragt, was diese politische Gemeinschaft eigentlich ausmacht. Tatsächlich gehört Migration schon immer zur Geschichte dieses Kontinents. Doch bis vor Kurzem war es vor allem die Auswanderung und Flucht aus Europa, insbesondere in die Einwanderungsländer in Übersee. Seit 2014 kommen jedoch mehr Einwanderer nach Europa als in die USA. Diese Einwanderung ist ökonomisch und gesellschaftlich wichtig aber europäische Gesellschaften haben sich mit diesem Wandel hin zu mehr Vielfalt noch nicht abgefunden. Die Weigerung, die migrationspolitische Realität Europas anzuerkennen, führte zur Flüchtingskrise. Erst wenn Europa anerkennt, dass es als eine der reichsten und stabilsten Regionen der Welt auch ein Einwanderungskontinent ist, wird es diese Krise überwinden können.

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