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Flucht und Vertreibung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Donnerstag, 05.11.2015

Osteuropa will keine Flüchtlinge? Oder kann der Westen seine Ablehnung nur besser verpacken?

In den Versuchen diesen Sommer, eine gesamteuropäische Flüchtlingspolitik zu formulieren, wurde osteuropäischen Staaten vorgeworfen, aus Rassismus einer Lösung im Wege zu stehen. Doch ist der Westen tatsächlich so viel besser? Kenan Malik argumentiert, dass der Westen seine Ablehnung der Flüchtlinge nur besser verpackt. Ist es nicht einfacher, eine restriktive Flüchtlingspolitik durchzusetzen, wenn man zugleich anderen vorwerfen kann, viel zu restriktiv zu sein?

Osteuropa will keine Flüchtlinge? Oder kann der Westen seine Ablehnung nur besser verpacken?
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Kommentare 3
  1. Anant Agarwala
    Anant Agarwala · vor mehr als einem Jahr

    Ja, es gibt einen Bias in der Berichterstattung und Wahrnehmung über Ost- und Westeuropa, das merkt man derzeit wieder. Gut beobachtet und kommentiert.
    Ich glaube, es liegt auch daran, dass im "Westen" die ganz Rechten bislang eher als Schreckgespenster und drohende Gefahr wahrgenommen werden, aber überwiegend noch nicht Regierungspolitik betreiben (im Gegensatz zu Orban). Das könnte sich in den kommenden Jahren allerdings ändern.

  2. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

    Bemerkenswert und bisher wenig wahrgenommen ist übrigens eine Erklärung von 5.392 Staatsbürgern der Tschechischen Republik www.deareurope.cz/de

    1. J. Olaf Kleist
      J. Olaf Kleist · vor mehr als einem Jahr

      Danke für den Hinweis. Ich denke auch, es ist wichtig, nicht zu vergessen, dass sowohl ost- als auch westeuropäische Gesellschaften natürlich in sich sehr viel widersprüchlicher sind, als das teils von außen wahrgenommen wird. Daher greifen auch catch-all Erklärungen zu kurz, die es so auch für Ost-/West-Deutschland gibt und teils auf die real-sozialistische Vergangenheit verweisen. Die Flüchtlingspolitik ist letztlich Teil eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses, der sowohl bei uns, in Frankreich oder auch in der Tschechischen Republik oder in Ungarn, wo viele Freiwillige Flüchtlingen helfen, geführt wird - aber eben durchaus unterschiedlich.

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