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Flucht und Vertreibung

Jürgen Klute
Theologe, Publizist und Politiker
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piqer: Jürgen Klute
Freitag, 14.10.2016

Gehört der Islam zu Europa?

Gehört der Islam zu Europa? Diese Frage ist nicht neu. Aber seit dem dramatischen Anstieg der Zahl von Flüchtenden aus Syrien, dem Irak und Afghanistan wird diese Frage vor allem in einigen mittel- und osteuropäischen Ländern heftig diskutiert und von nationalistischer Seite mit einem klaren Nein beantwortet. Doch so einfach ist eine Antwort nicht. Mehrere Jahrhunderte gehörten große Teile Mittel- und Osteuropas zum osmanischen Reich. Das erklärt bis zu einem gewissen Teil die scharfe Ablehnung der vorwiegend islamischen Flüchtlinge in dieser Region. Die heutigen Staaten Mittel- und Osteuropas haben sich in einem Befreiungskampf gegen das zerfallende osmanische Reich als Nationalstaaten herausgebildet. Der Nationalismus dieser Staaten ist zudem eng verbunden gewesen mit den jeweiligen vorherrschenden Kirchen.

Jean-Arnault Dérens und Laurent Geslin skizzieren diesen historischen Prozess in ihrem Artikel. So werden historische Wurzeln der aktuellen Auseinandersetzung um die Flüchtlingsfrage in den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten sichtbar, ohne jedoch die gegen Menschenrechte verstoßende, nationalistisch und rassistisch geprägte Zurückweisung der Flüchtlinge zu rechtfertigen.

Diese Geschichte wahrzunehmen und sie in Rechnung zu stellen – gerade auch bei den EU-Institutionen in Brüssel – ist jedoch ein Schlüssel für eine an den Menschenrechten ausgerichtete Antwort auf die Flüchtlingsfrage, die m.E. nur auf EU-Ebene gefunden werden kann.

Gehört der Islam zu Europa?
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