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Flucht und Vertreibung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Donnerstag, 29.09.2016

Europäische Bürger suchen immer häufiger Asyl in den USA. Der Grund: Sie sind Roma.

Die EU war lange Zeit eine Hoffnung für Roma, dass ihre Situation, die systematische Diskriminierung und teils Verfolgung, die sie seit Jahrhunderten erleiden mussten, besser werden würde. Doch die EU Mitgliedschaft von Ungarn, Rumänien und Bulgarien hat nicht zu einer besseren Behandlung geführt. Auch die mit der EU einhergehende Möglichkeit, in andere europäische Länder zu migrieren, ist in den letzten Jahren wenig attraktiv geworden. Einschränkungen von Sozialleistungen machen es für die meist ungelernten Roma oft unmöglich, legal außerhalb ihres Herkunftslandes zu leben, und die zunehmende Ablehnung von Migranten und  Minderheiten machen das Leben für Roma fast überall in der EU schwer. So suchen Roma, vor allem aus Rumänien, nun immer häufiger  ganz gezielt Asyl in den USA. 1.800 rumänische StaatsbürgerInnen, vorwiegend Frauen und Kinder, stellten von Januar bis einschließlich Juli diesen Jahres Asyl in den Staaten. Als EU Bürger können sie legal einreisen und noch am Flughafen Asyl beantragen. Die Chancen sind gering aber nicht unmöglich, wobei das US Asylsystem äußerst harsch ist. Europa aber sollte dies zu denken geben: Wenn eine Minderheit aus Europa Schutz jenseits des Atlantiks sucht, dann läuft hier was schief. 

Europäische Bürger suchen immer häufiger Asyl in den USA. Der Grund: Sie sind Roma.
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