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Flucht und Vertreibung

Emran Feroz
Journalist
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piqer: Emran Feroz
Freitag, 17.02.2017

Die absurden Auswüchse von Deutschlands Flüchtlingspolitik

In Afghanistan herrscht weiterhin Krieg und Zerstörung. Laut der UN wurden allein im Jahr 2016 mehr als 11.000 Zivilisten getötet oder verletzt.

Dennoch werden afghanische Geflüchtete abgeschoben, auch aus Deutschland. Mittlerweile wollen einige Bundesländer das nicht mehr mitmachen. Bayern gehört nicht dazu.

Einen, den die bayrischen Behörden abschieben wollen, ist der 19-jährige Saber

Seine Zwillingsschwester und der Rest seiner Familie dürfen allerdings bleiben.

Richtig gelesen. "What the fuck?", ist hier wohl die einzig angemessene Reaktion.

"Ich bin eine Frau und mein Bruder ist ein Mann", meint Sabers Schwester Lina. 

Das BAMF meint hingegen, dass Sabars Leben in Afghanistan "nicht gefährdet" sei. Außerdem begründet es die Spaltung der Familie wie folgt: "In Großfamilien könne es durchaus zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen."

Dabei geht es hier nur um Zwillinge.

Saber hat mittlerweile Klage gegen die Entscheidung eingereicht. Die Erfolgschancen sind allerdings sehr gering. Wahrscheinlich muss der junge Mann zurück nach Afghanistan.

Die absurden Auswüchse von Deutschlands Flüchtlingspolitik
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Kommentare 1
  1. Christine Köhler
    Christine Köhler · vor 4 Monaten

    Danke für den Artikel! Ich finde er zeigt schmerzlich einmal mehr, wie wie stark die Themen ,,Flüchtlinge" und ,,Terrorismus" zusammenhängen. Nicht nur, dass Staatsbedienstete gegen besseres Wissen (Pro-Asyl etc.) nach Afghanistan abschieben. Sie sehen in männlichen Flüchtlingen aus Afghanistan (und anderen Ländern) den (potenziellen) Terroristen. So ,,erkläre'' ich mir die getroffene Entscheidung. Aber selbst wenn es NICHT so sein sollte, selbst wenn es andere Erklärungen gibt, wie zum Beispiel die dargestellte, dass der junge Mann sich ein Leben aufbauen könne, seine Schwester hingegen nicht. (In Geißendörfers Film ,,Zwischen Welten" (2013) wird der junge Afghane, der seine Schwester retten will, von den Taliban erschossen). Selbst wenn es also so wäre, dass der junge Mann, mit Geld und Körperkraft ausgestattet, eine Minimalchance hat. Wenn Ämter also auch inhuman sein müssen (?). Treiben wir die jungen Männer so nicht in die Hände der Extremisten? Wer nichts mehr zu verlieren hat? Halbtot ist? Ist er nicht ein gefundenes Fressen für Terroristen? Spielen wir dem Terrorismus nicht in die Hände? Wird das ,,Fremdbild'' nicht irgendwann zum ,,Selbtbild"? ,,Quod erat demonstrandum''?

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