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Flucht und Vertreibung

Jürgen Klute
Theologe, Publizist und Politiker
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piqer: Jürgen Klute
Sonntag, 02.10.2016

Das mittelalterliche Christentum war nicht weniger barbarisch als der IS

Auf den ersten Blick mag es überraschen, diesen Beitrag unter der Rubrik "Flucht und Vertreibung" zu finden.

Christian Stöcker erinnert in seinem Beitrag jedoch an einige historische Zusammenhänge, wie u.a. an die Brutalität der mittelalterlichen Kreuzzüge, die in der Rhetorik des IS eine prominente Rolle spielen.

Ebenso erinnert Stöcker an den christlichen Fanatismus, der im Mittelalter nahezu das komplette vorchristliche und griechisch-antike Erbe Europas vernichtet hat. Das zumindest ein Teil der griechisch-antiken Literatur und wissenschaftlichen Werke heute noch zugänglich sind und die Aufklärung damit in Europa überhaupt erst möglich wurde, ist der islamischen Kultur zu verdanken, die weitaus toleranter, fortschrittlicher und wissenschaftsoffener war als der christliche Teil der damaligen Welt.

Stöckers Beitrag entlarvt die Haltlosigkeit der Annahme, der Islam sei barbarisch und das Christentum aufgeklärt, ebenso wie die immerwieder vorgetragene Behauptung, der Islam habe mit Europa nichts zu tun.

In den aktuellen Debatten um Zuwanderung, Integration und den Islam in Europa erinnert dieser Beitrag an die vielfältigen, komplexen und widersprüchlichen Beziehungen, die seit dem Entstehen des Islam zwischen den christlich geprägten und islamisch geprägten Kulturräumen bestehen, die sich sowohl gegenseitig bekämpft als auch befruchtet haben. Es ist ein Beitrag im besten Sinne der europäischen Aufklärung – die es ohne den Islam nicht gegeben hätte – und der zu einem besseren gegenseitigen Verstehen und Kennenlernen in den gegenwärtigen Debatten beiträgt.

Das mittelalterliche Christentum war nicht weniger barbarisch als der IS
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