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Flucht und Vertreibung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Freitag, 20.05.2016

Das Flüchtlingslabel: Zuschreibungen und ihre Auswirkungen

Wer ein Flüchtling ist, das ist rechtlich definiert. Eine Person ist demnach entweder ein Flüchtling, der ein Anrecht auf Schutz hat, - oder eben auch nicht. Doch in der Realität, im öffentlichen und politischen Diskurs ist das nicht so einfach. Adjektive und Attribute machen aus Flüchtlingen oft sehr viel mehr, selten zum Positiven. Die Naturalisierung durch Zusätze wie -welle, -flut oder -strom sind dabei die bekanntesten. So werden Flüchtlinge zu einer undifferenzierten (und gefährlichen) Masse gemacht, die sie von ihrer Identität und von individuellen Rechten beraubt. Dies ist nicht nur ein europäisches, sondern ein globales Problem. Und ein solches verallgemeinerndes Labelling ist nicht nur ein diskursives Problem, sondern findet sich eben auch in der administrativen Praxis von Staaten bis hin zu NGOs, die eigentlich Flüchtlingen helfen wollen - so die Autorin dieses Beitrags.

Durch Labels kann die Einschränkung von Rechten oder eine Abstufung von Status für verschiedene Flüchtlingsgruppen begründet werden. Doch auch Flüchtlinge selber nutzen Labels, um für sich selbst Rechte und Status zu erkämpfen. Die Frage des Flüchtlingsschutzes ist daher nicht nur: Bist Du ein Flüchtling? Sondern auch: Was für ein Flüchtling bist Du? 

Das Flüchtlingslabel: Zuschreibungen und ihre Auswirkungen
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