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Flucht und Vertreibung

Islam

Kaum ein Thema hat die Menschen in den letzten 15 Jahren so sehr beschäftigt wie der Islam. In Europa und Nordamerika haftet dem Islam nach wie vor ein schlechter Ruf an, wird von vielen Menschen mit Terrorismus und Gewalt assoziiert. Das wiederum ist für die meisten Muslime selbst ein Grund zur Furcht, denn ihnen wird allein wegen ihres Glaubens von vielen Argwohn, von manchen gar blanker Hass entgegengebracht.

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Kaum ein Thema hat die Menschen in den letzten 15 Jahren so sehr beschäftigt wie der Islam (arabissch: "Hingabe an Gott"). In den Ländern des arabischen Raums hat der Islam die Kultur geprägt, ist seit vielen Jahrhunderten Teil des Alltags der dort lebenden Menschen und die aus dem Koran abgeleitete Scharia hat maßgeblichen Einfluss auf die Gesetzgebung. In Europa und Nordamerika hingegen haftet dem Islam nach wie vor ein schlechter Ruf an, wird von vielen Menschen mit Terrorismus und Gewalt assoziiert. Das wiederum ist für die meisten Muslime selbst ein Grund zur Furcht, denn ihnen wird allein wegen ihres Glaubens von vielen Argwohn, von manchen gar blanker Hass entgegengebracht.

Der Koran
Was den Christen die Bibel, ist den Muslimen der Koran. Stimmt das? Nicht ganz. Die Bibel ist eine Sammlung von Büchern, welche allesamt von Menschenhand verfasst wurden und als Teile des offiziellen Kanons ausgewählt wurden. Der Koran hingegen soll Mohammed vom Engel Dschibrīl (entspricht dem Erzengel Gabriel) in Gottes Auftrag zu Beginn des 7. Jahrhunderts überbracht worden sein. Der Koran ist also ein von Gott/Allah selbst stammendes Werk, das lediglich vom Propheten niedergeschrieben wurde. Das ist der entscheidende Faktor, der eine Reformation für den Islam so viel schwieriger macht. Menschen können irren, Gott hingegen ist unfehlbar und dadurch wird der Koran selbst unfehlbar. Allerdings gibt es vermehrt Muslime, die anmerken, dass der Koran auch widersprüchliche Aussagen beinhalte und Allah die Gläubigen testen wolle, was eine wohlüberlegte Interpretation umso wichtiger mache. Es gibt also ernsthafte Bemühungen von Seiten der Muslime eine Modernisierung ihres Glaubens voranzutreiben.

Dass besagte Widersprüche existieren, lässt sich leicht belegen, denn Islamgegner werden nicht müde, gewaltbefürwortende Passagen aus dem Koran herauszusuchen und als Belege für die gewalttätige Natur des Islam heranzuziehen. Was hingegen gerne unterschlagen wird, sind Passagen wie die folgende:

„Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass wenn jemand einen Menschen tötet […], so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ (Koran, Sure 5, 32 (Ahmadiyya))

Der Koran ruft nicht mehr zu Gewalt auf als die Bibel und man kann schwerlich leugnen, dass es auch unter Christen bis heute Extremisten gibt, die eben jene Passagen instrumentalisieren.

Islamismus
Islamismus mit dem Islam gleichzusetzen ist etwa so als laste man die Verbrechen der Inquisition oder die Hexenverbrennung dem gesamten Christentum an. Wie in den meisten Religionen gibt es im Islam eine Vielzahl von Richtungen und Strömungen innerhalb dieser Richtungen. Derzeit leben auf der Erde 1,6 Milliarden Muslime, also mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung. Wäre der Islam nicht der Vorwand gewaltbereiter Menschen für ihre Verbrechen, sondern tatsächlich Ursache des Terrors, hätte eine Organisation wie der IS nicht 200.000 Mitglieder (und das ist die höchste aktuelle Schätzung), sondern wohl eher 200 Millionen.

Islam in Deutschland
Einige Deutsche sehen den Islam als Gefahr, fürchten, die Muslime wollten uns ihre Wertvorstellungen und Gesetze aufzwingen. Zunächst einmal sind gerade Flüchtlinge, die derzeit so oft Gegenstand der Debatte sind, vor eben jenen radikalen, gewaltbereiten Islamisten geflohen und suchen in Europa Zuflucht. Ferner müsste man sich doch fragen: Wäre der Islam wirklich so unvereinbar mit dem Leben in Europa und wären die Muslime tatsächlich so wenig integrationsbereit, wie gerne behauptet, müssten wir dann nicht weit mehr von fast fünf Millionen Muslimen allein in Deutschland mitbekommen? Auch wenn die subjektive Wahrnehmung eine andere sein mag, so verhält sich der Mehrheit der Muslime in Deutschland eher unauffällig.