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Flucht und Einwanderung

Flüchtlinge in Deutschland

Zu Flüchtlingen in Deutschland kursieren im Internet viele Fehlinformationen, denen wir einen Realitätscheck entgegen setzen möchten. „Wir haben kein Geld für Flüchtlingshilfe!“ -- Mit Sätzen wie diesen wollen besorgte Bürger ihre Angst vor dem Neuen rechtfertigen. Doch so wie die meisten Ängste hat auch diese Angst wenig mit der Realität zu tun. Wir wollen den Fehlinformationen, die im Internet kursieren, und den bisweilen höchst problematischen Begriffen, die Politiker und Denker dieses Landes nutzen (etwa „Flüchtlingsschwemme“ oder „Überlaufbecken“), einen Realitätscheck entgegen setzen. Die Kosten für die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland werden wahrscheinlich 10 Milliarden Euro betragen – zum Vergleich: die Bankenrettung hat 290 Milliarden Euro gekostet. Nicht zuletzt bedeutet die Unterstützung von Flüchtlingen auch eine Stärkung der deutschen Wirtschaft: Denn die Gelder werden innerhalb Deutschlands ausgegeben und neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

Weitere Informationen zum Thema Flüchtlinge in Deutschland

In der deutschen Medienlandschaft vergeht aktuell kaum ein Tag, an dem nicht mindestens ein Bericht über die Flüchtlinge in Deutschland gebracht wird. Die oftmals undifferenzierte Berichterstattung macht es jedoch schwer, die tatsächliche Situation der Flüchtlinge in Deutschland einschätzen zu können. Die Situation von Flüchtlingen in Deutschland hat sich im Jahr 2015 nachhaltig verändert. Durch eine Vielzahl von weltweiten Konflikten, wie beispielsweise dem Krieg in Syrien, ist die Anzahl gerade in der zweiten Jahreshälfte 2015 rapide gestiegen. Aber sind alle Menschen, die in Deutschland Asyl suchen auch tatsächlich Flüchtlinge im eigentlichen Sinne? Und geht uns die Situation der Flüchtlinge in Deutschland wirklich alle an?

Bereits der Begriff des Flüchtlings wird häufig undifferenziert verwendet. Das Wort Flüchtling beinhaltet, dass die Person ihre Heimat fluchtartig, also schnell verlassen musste. Laut der Genfer Flüchtlingskonvention können die Gründe für die Flucht aus der Heimat vielfältig sein: Verfolgung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religionszugehörigkeit, der politischen Überzeugung - Voraussetzung ist jedoch die der Flucht vorangegangenen Verfolgung im eigenen Heimatland. Das Heimatland wurde so verlassen, weil man um sein und das Leben der eigenen Familie bangen musste. Das Verlassen des Heimatlandes geschieht bei einem Flüchtling nicht aus freien Stücken. Wird die Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen, bezeichnet man die Menschen als Wirtschaftsflüchtlinge. Diese Differenzierung zwischen den Menschen ist jedoch schwer zu leisten und wird von den unterschiedlichen politischen Lagern verschieden ausgelegt. So unterstellen einige Asylgegner den meisten Flüchtlingen in Deutschland wirtschaftliche Interessen statt existenzieller Bedrohung. Asylbefürworter fragen jedoch, inwiefern es nicht existentiell bedrohlich sei, seine eigene Existenz und die der Familie nicht durch Arbeit und deren Ertrag sichern zu können. Bereits an dieser kurz angerissenen Debatte erkennt man, wie schwer die Definition des Begriffes Flüchtling tatsächlich ist.

Durch die zunehmende Globalisierung und die anhaltenden Konflikte gehen politische Experten davon aus, dass auch in den nächsten Jahren mit einem weiteren Zustrom von asylsuchenden Menschen in Deutschland auszugehen ist. Die Gesellschaft in Deutschland wird demnach auch von den Flüchtlingen in Deutschland geprägt werden. Wie gut das gesellschaftliche Leben hier funktioniert, hängt - so die Experten - maßgeblich davon ab, wie der Umgang mit dieser Situation angenommen wird und die Herausforderungen von beiden Seiten gemeistert werden. Hierfür werden interkulturelle Kompetenzen benötigt, was bedeutet, dass man sich mit der fremden Kultur, ihrer Geschichte und ihren Gepflogenheiten beschäftigt. Wenn die Menschen zumindest für eine Zeit zusammenleben, müssen sie sich verstehen können.

Nicht nur zwischen CSU und CDU knallt es bei diesem Thema gewaltig. Auch in den einzelnen Ortschaften gibt es verschiedenste Ansätze mit den Flüchtlingen in Deutschland umzugehen. Besonders kritisch werden die jungen Männer innerhalb der Flüchtlinge beäugt - bedeuten diese ein Sicherheitsrisiko? Wie wird die weitere Entwicklung der politischen Situation in der Türkei sein und welche Auswirkungen wird dieser Konflikt auf die weitere Entwicklung der Flüchtlingssituation in Deutschland haben? Der Ruf nach geschlossenen Grenzen geht immer wieder durch diese verschiedenen Debatten. Aber bei diesem Ruf bleibt doch die Frage offen, wie will man diese Grenzen verteidigen? Wie geht man mit den Menschen um, die sich trotz dessen auf den Weg machen und dabei ihr Leben riskieren? Wer steht in der Verantwortung, wenn geschlossene Grenzen dazu führen, dass Menschen auf dem Meer sterben? Wie geht man mit den Menschen um, wenn sie angekommen sind? Wie kann Integration vieler Menschen funktionieren? Es ist breites Portfolio an Fragen, für die wir in der nahen Zukunft als Gesellschaft praktikable Antworten benötigen.