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Flucht und Vertreibung

Flüchtlingskrise

Das Thema „Flüchtlingskrise“ ist schwer zu durchschauen – nicht zuletzt, weil wir tagtäglich mit Fehlinformationen, problematischen Ansätzen in der Flüchtlingspolitik und humanitärem Versagen konfrontiert werden. Flüchtlinge in Deutschland werden auch von etablierten Medien mal als „Einwanderer“, „Zuwanderer“ oder „Migrant“ bezeichnet – als würden all diese Begriffe dasselbe bedeuten. Unsere Experten arbeiten sich mit euch durch die absurde Matrix des deutschen Aslyrechts. Sie klären auf, wie viele (genauer gesagt: wie wenige!) der Menschen, die uns nach lebensgefährlichen Reisen übers Mittelmeer und über Land erreichen, tatsächlich Wirtschaftsflüchtlinge sind, und was Begriffe wie „Asyl“ und „Migration“ genau bedeuten. Und sie erinnern uns daran, dass Flüchtlinge eine Realität des Syrienkonflikts und der Krisen von Afghanistan bis Westafrika sind – sie hören nicht auf zu existieren, nur weil mehr Gelder auf Grenzkontrollen und Abschiebung verwendet werden.

Weitere Informationen zum Thema Flüchtlingskrise

Kaum ein Thema hat Deutschland und Europa in den letzten Monaten so sehr beschäftigt wie die Flüchtlingskrise. Aber nicht nur die Politik und Medien haben über dieses Thema diskutiert, auch jeder Deutsche selbst befand sich mitten in einem Meinungsaustausch. Viele Deutsche waren von der Sekunde Eins an der Flüchtlingskrise interessiert und engagiert, andere blieben skeptisch und misstrauisch. Doch wie war der Verlauf der Flüchtlingskrise und was ist der Stand heute?

Die Flüchtlingskrise in Europa begann im Jahr 2015. Im Speziellen ist damit die Ein- und Durchreise von hunderttausenden Flüchtlingen gemeint und die damit einhergehenden Zustände gemeint. Die europäische Flüchtlingskrise ist nur ein Teil der Flüchtlingsbewegung im Jahr 2015, in der etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht waren. Bereits 2014 gab es schon einen deutlichen Anstieg der Asylbewerber in Deutschland. Auch damals waren vor allem Syrer auf der Flucht, dicht gefolgt von Menschen aus Afghanistan und dem Kosovo. Um den Beginn der großen Flüchtlingswelle und der Flüchtlingskrise zu verstehen, muss man die Dublin III Verordnung kennen. Die besagt, dass der sogenannte "Dublin-Staat", in dem ein Flüchtling zuerst einreist, für das Asylverfahren und die damit verbundene Registrierung zuständig ist. Doch 2015 stieg die Zahl der Flüchtlinge in Italien und Griechenland so enorm an, dass längst nicht mehr alle Flüchtlinge dort registriert werden konnten. Vielmehr wurden die Flüchtlinge ungehindert nach Nordeuropa weitergeleitet. Dass dies zu einem Problem - der Flüchtlingskrise - wird, war absehbar. Durch den unkontrollierten Flüchtlingsstrom führten viele europäische Länder, darunter auch Deutschland, wieder Grenzkontrollen ein. Dadurch wurde versucht, die Lage und den Flüchtlingsstrom wieder unter Kontrolle zu bekommen.

In Syrien tobte zu dem Zeitpunkt schon seit Jahren der Bürgerkrieg. Viele Menschen sahen sich schon vorher gezwungen, das Land zu verlassen und flohen in sogenannte Flüchtlingslager. Doch hier wurden die Lebensmittel zunehmend knapper und das Leben immer aussichtsloser. In Syrien selbst wurde verkündet, zur Verstärkung der Armee Menschen vermehrt zum Wehrdienst einzuberufen. Durch eine erleichterte Passvergabe und der Möglichkeit, sich mit 300 US Dollar vom Wehrdienst frei zu kaufen, ergriffen viele Syrer die Flucht aus ihrem Land.

Außerdem lockerte Mazedonien seine Flüchtlingspolitik und so war der Weg über die Balkan-Route nach Nordeuropa frei. Hindernis war nur noch der vermeintlich ungefährliche Weg per Boot und Schleuser über das Mittelmeer. Viele Menschen kritisieren auch Angela Merkel, die Flüchtlingen aus Bürgerkriegsländern zumindest ein Bleiberecht zusicherte. Bildern und Videos, auf denen Deutsche Flüchtlinge mit Applaus und Freude willkommen heißen, soll das unterstützt haben.

Seit dem EU-Türkei Abkommen ist auch der Flüchtlingsstrom stark zurück gegangen und hat sich auf ein Normalmaß eingependelt. Die Flüchtlingskrise scheint abgewendet. Dies trägt auch dazu bei, dass sich die Stimmung in Deutschland wieder verbessert hat. Trotz alle dem ist die Lage in den Herkunftsländern oft aussichtslos und weitere Flüchtlingsströme werden sich, so lange sich das nicht ändert, nicht verhindern lassen. Doch kann man den Flüchtlingen die Chance auf Integration und ein Leben ohne Gewalt ermöglichen.