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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung

am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM), Berlin.

Gründer des Netzwerks Fluchtforschung.

Forscht zu, schreibt über und kommentiert Migrations- und Flüchtlingspolitik, insbesondere aber nicht nur in Deutschland und Europa.

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piqer: J. Olaf Kleist
Dienstag, 14.06.2016

Wie lange ist ein Flüchtling eigentlich ein Flüchtling?

Die Diskussionen darum, wer warum eigentlich als Flüchtling gelten darf, werden breit und ausführlich geführt. Doch wann ein Flüchtling aufhört, ein Flüchtling zu sein, das scheint von wenig Interesse. Legal ist das der Fall, wenn ein Flüchtling dauerhaften Schutz gefunden hat, zum Beispiel durch Asyl (in Deutschland in der Regel nach einer nochmaligen Überprüfung 2 Jahre nach der Anerkennung als Flüchtling). Doch gesellschaftlich und persönlich ist die Frage nach dem Ende des Flüchtlingsstatus - ebenso wie bei die Frage, wer eigentlich ein Flüchtling ist - sehr viel komplizierter. Manche weisen das Label so schnell wie möglich von sich. Für andere ist es eine Selbstbezeichnung für den Rest des Lebens. Flucht ist eben ein einschneidendes Erlebnis in einer Biographie — insbesondere dann, wenn Flüchtlingen das Label dauerhaft von ihrer Umwelt aufgedrückt wird. Wir müssen also nicht nur Flüchtlingen ihren Status zuerkennen — wir müssen ihnen auch erlauben, dieses Label wieder abzulegen, wenn sie das wollen.

Wie lange ist ein Flüchtling eigentlich ein Flüchtling?
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