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Flucht und Einwanderung

Fabian Goldmann
piqer: Fabian Goldmann
Sonntag, 22.05.2016

Was August Bebel von der AfD hält. Die historischen Vorbilder heutiger Rechtspopulisten

Eine Strömung, die sich "ihrem Wesen nach nur auf die niedrigsten Triebe und Instinkte einer rückständigen Gesellschaft stütze" und die "moralische Verlumpung der ihr anhängenden Schichten" widerspiegele. Mit diesen Worten bezeichnete August Bebel Ende des 19. Jahrhunderts den sich verbreitenden Antisemitismus in der deutschen Vereins- und Parteienlandschaft. Dass die Worte des Sozialdemokratie-Erfinders auch heute gut zur AfD passen würden, zeigt Stefan Buchen in einem Beitrag auf Qantara.

In seiner kleinen Geschichtsstunde erinnert NDR-Redakteur Buchen (der auch dieses sehr lesenswerte Buch geschrieben hat) beim Deutsche Welle-Ableger an jene Zeit, als schon einmal kleine Ein-Themen-Parteien zu gesellschaftlichen Massenbewegungen werden konnten. Statt gegen die  „Überfremdung durch muslimische Einwanderer“ heutiger Rechtspopulisten, richtete sich der Kampf des antisemitischen Rolemodels im ausgehenden 19. Jahrhundert gegen die "Unterwanderung Deutschlands durch die Juden". Statt ein "Ende der naiven Willkommenskultur" forderte man damals die Ausrottung des “internationalen Gedankens". Statt des Koran wurde der Talmud nach bedenklichen Stellen durchforstet, von Leuten, die die Selbstbezeichnung „Antisemit“ mit ähnlichem Stolz trugen wie es heute bei „Islamkritikern“ der Fall ist. 

Die Assoziation, zu welcher Katastrophe die Politik der AfD-Vorgänger schließlich einige Jahrzehnte später führte, hätte Buchen getrost auch dem Leser überlassen können. Treffend ist sein Schlusswort natürlich dennoch: 

„Aber in Deutschland besitzt niemand mehr das Privileg des unschuldigen Experimentierens. Wenn ein politischer Agitator fordert, "Minarette" müssten aus der Öffentlichkeit verschwinden, dann muss man damit rechnen, dass eines Tages Minarette brennen werden.“

Was August Bebel von der AfD hält. Die historischen Vorbilder heutiger Rechtspopulisten
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