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Flucht und Einwanderung

Waren Syrien, Libyen und Irak nur der Anfang? Wie Trumps Berater den Iran-Krieg vorbereiten

Fabian Goldmann
mal Journalist, mal Islamwissenschaftler, je nachdem

...hab damals den Einschreibungstermin für Theoretische Physik verpasst. Das hab ich jetzt davon.

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Fabian GoldmannSamstag, 07.01.2017

Steht ein Angriff auf den Iran kurz bevor?

Schon in der vergleichsweise kurzen Zeit meines politisch bewussten Lebens ist diese Frage zum Running Gag unter Nahost-Kennern verkommen. So ziemlich jede Unterbrechung der Verhandlung um das iranische Atomprogramm, jeder Verbalausfall eines iranischen Politikers, jede Drohung eines Knesset-Hinterbänklers und jedes Fox-News-Interview eines profilierungssüchtigen US-Generals nahmen Medien in der Vergangenheit zum Anlass, um zu verkünden, dass er nun aber wirklich kurz bevorstehe, der Iran-Krieg.

Soll heißen: Wenn dieser Tage das journalistische Genre der Irankriegs-Vorhersage Dank Trump einen neuen Höhepunkt erlebt, ist Skepsis angebracht. Und dennoch brachte mich dieser Text ins Grübeln. Der Zweifel, ob diesmal vielleicht doch etwas dran sein könnte, erwacht schon beim Namen des Autors: Bob Dreyfuss ist nicht nur ein langjähriger Kenner der amerikanischen Iran-Politik, er erarbeitete sich mit seinem 1980 veröffentlichten Buch „Hostage to Khomeini“ selbst den Ruf eines anti-iranischen Hardliners. Wenn dieser Dreyfuss nun also im linksliberalen „The Nation“ vor einem Krieg warnt, der „die Kriege in Afghanistan und Irak in Umfang und Intensität in den Schatten stellt“, ist das allein schon ein Grund zum Weiterlesen.

Im Zentrum von Dreyfuss' Analyse stehen drei Generäle, die Trump in seinen Sicherheitsstab berufen hat und die - so Dreyfuss- lieber heute als morgen den Iran in Grund und Boden bomben würden. Dazu bedienen sie sich der üblichen Mittel: Angstmache vor Massenvernichtungswaffen; islamistischen Schreckensszenarien; Verschwörungstheorien, wonach der Iran hinter IS und Al-Qaida stecke … Dreyfuss Fazit: Die drei repräsentieren einen „Extremismus, der im militärischen und geheimdienstlichen Bereich beispiellos in der jüngeren US-Geschichte ist“. Ein Extremismus, der dazu führen könnte, dass die Frage nach dem Iran-Krieg bald nicht mehr zum Running Gag taugt. 

Waren Syrien, Libyen und Irak nur der Anfang? Wie Trumps Berater den Iran-Krieg vorbereiten

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Kommentare 4
  1. Gurdi (Krauti)
    Gurdi (Krauti) · vor 6 Jahren

    Das Szenario schwebt tatsächlich wie ein Damoklesschwert über die Szenerie der letzte Jahre und Jahrzehnte.

    Die Kriege der letzten Zeit können auch durchaus im Kontext gesehen werden, insbesondere Syrien und Afghanistan.

    Der Iran ist ein dicker Brocken, ein Krieg gegen den Iran würde tatsächlich nur ein verrückter aktuell anstreben. Er ist nicht zu gewinnen, das sollte man auch im Weißen Haus wissen.

    Die gelieferte, moderne Luftabwehr würde massive Verluste verursachen, konventionell mit Bodentruppen ist sowieso nichts zu machen. Der Iran würde massiven Widerstand leisten im Gegensatz zum Irak und eine Besetzung des Landes ist undenkbar. Der Irak wäre ein Feriencamp dagegen. Weiterhin würde es auch den letzten Strohhalm abschneiden, dass via Verhandlungen mit den Amerikanern etwas zu erreichen ist. Die VN wären endgültig wertlos und die Reaktion von Russland, China und Indien will ich mir gar nicht vorstellen.

    1. Fabian Goldmann
      Fabian Goldmann · vor 6 Jahren

      Lieber Gurdi, danke für den Kommentar. Die Beantwortung der Frage, ob ein Iran-Krieg (oder irgendein anderer) zu gewinnen ist, hängt davon ab, wie man die Gewinn-Bedingungen definiert. Ich habe den Eindruck, dass auch viele von jenen, die der US-Nahost-Politik eigentlich kritisch ggü stehen, vorschnell das offiziell propagierte Narrativ übernehmen. Z.B: Gewonnen ist, wenn Regime-Change oder wenn Demokratisierung. Diese Propagierung hat aus US-Sicht gleich zwei Vorteile: 1. Sie lenkt vom eigentlichen Ziel ab. 2. Wenn die Gewinnbedingung nicht eintritt (und das tut sie fast nie), kann man sich selbst als Verlierer und damit nicht ganz so böse darstellen.

      Misst man die US-Kriege an anderen "Erfolgen" haben die USA sehr wohl "gewonnen": Nie war die irakische Ölindustrie in dem Maße privatisiert wie heute (dasselbe gilt für die libysche). Egal ob Regime-Change oder nicht: Assad als außenpolitischer Faktor in der Region ist heute ebenso bedeutungslos wie der des Jemen. Gewonnen haben auf jeden Fall US-Rüstungsunternehmen, deren Kurse sich seit 9/11 versiebenfacht haben. Usw usf.

      1/2

    2. Fabian Goldmann
      Fabian Goldmann · vor 6 Jahren

      2/2

      Berücksichtigt man diese Gewinn-Bedingungen, erscheint ein Iran-Krieg umso wahrscheinlicher, auch gerade weil er militärisch nicht "gewonnen" werden kann. Ein militärisch wehrhafter Gegner verspricht nicht nur riesige Gewinne für die Rüstungsindustrie, er verspricht einen jahrelangen Krieg und damit jahrelange Ablenkung und innenpolitischen Problemen in den USA; er verspricht ausuferndes Chaos in der Region, das pro-westliche Diktaturen am Golf und anderswo als Vorwand nehmen können, um noch repressiver gegen die innere Opposition vorgehen zu können usw usf

    3. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor 6 Jahren

      @Fabian Goldmann Hmm, Ihre Analyse ist hochinteressant und Ihre Argumente haben Gewicht.

      Im Falle Syriens sehe ich das Ähnlich, Assad ist quasi neutralisiert, ein Keil wurde hergestellt um den schiitischen Halbmond zu verhindern, der Preis ist der IS. Das Minimalziel wurde erreicht.

      Ich muss das mal Gedanklich in ruhe durchspielen was es zu gewinnen gäbe bei einem Krieg gegen den Iran, ich bin tatsächlich davon überzeugt dass er nicht zu gewinnen ist, aber vielleicht rechtfertigen tatsächlich einige Ziele in den Augen der Geostrats einen Angriff. Es bleibt auch abzuwarten welche Elite sich Trump anschließen wird, davon wird viel abhängen.

      Bodentruppen kann ich mir gar nicht vorstellen, auch keinen Regime Change. Aber der Iran wäre für Jahrzehnte wieder Paria und die Luftangriffe würden Ihre Wirkung nicht verfehlen, in der Tat.

      Komplizierte Materie. Bisher war noch jedem Präsidenten ein Angriff zu teuer. Von Moral und Rechtmäßigkeit will ich gar nicht erst anfangen, das sind sowieso keine Kategorien die hier Relevanz haben, leider.

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