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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Donnerstag, 10.03.2016

Nach Schließung des Balkans, nächste Route: über Albanien nach Italien?

Migrations- und Flüchtlingsexperten weisen immer wieder darauf hin (mehr dazu morgen), dass sich Grenzen nicht gänzlich schließen lassen, zumindest wenn Flüchtlings- und Menschenrechte beachtet werden sollen. Mit der Schließung der Balkanroute erweist sich die EU nun zudem einen Bärendienst: Anstatt Flüchtlingen zu helfen, wird deren Situation hier gezielt verschlimmert - doch die Flüchtlinge sind bereits in der EU. Nur eine Verteilung und Solidarität in Europa werden damit verhindert. Letztlich werden Flüchtlinge sich neue Zugangswege nach Zentraleuropa suchen, um Schutz zu finden. Unter anderem wird die Route des letzten Jahres, von Nordafrika nach Italien, wieder belebt werden. Der Economist weist nun auf einen weiteren Weg hin, der schon in den 1990er Jahren eine wichtige Rolle gespielt hat: von Albanien im Schlauchboot nach Italien. Die Überfahrt wird weitere Todesopfer fordern - von Menschen, die schon längst in der EU waren, um in Europa Zuflucht zu finden. Je länger die EU damit wartet, eine gemeinsame Flüchtlingspolitik umzusetzen, die den Schutz von Flüchtlingen ernst nimmt, desto mehr Menschen werden sterben - denn die Grenzen werden nicht gänzlich geschlossen werden, nur gefährlicher gemacht.

Nach Schließung des Balkans, nächste Route: über Albanien nach Italien?
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