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Flucht und Einwanderung

Leben im "Szene-Kiez", aber das Kind kommt auf eine andere Schule

Mohamed Amjahid
Buchautor und Journalist

Reporter, Kurator, Autor für deutsche und internationale Medien. Studium der Politikwissenschaft/Anthropologie. Themen: Weiße Mehrheitsgesellschaft, MENA, Autokratien, Kapitalismuskritik, Feminismus und kritische Theorie.

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Mohamed AmjahidSonntag, 15.08.2021

Diese vierteilige Reportage vom ARD-Mittagsmagazin begleitet eine weiß-deutsche Mutter aus Neukölln über Wochen bei einer wichtigen Phase ihres Lebens. Sie befindet sich in einem Gewissenskonflikt: Gerne lebt sie mit ihrer Familie im Szene-Kiez, nur ihren Sohn möchte sie nicht auf die benachbarte "Problemschule" schicken. Deswegen hat sie sich bei mehreren Schulen beworben und bisher nur Absagen bekommen. 

In der Reportage wird die besagte Schule ebenfalls vorgestellt: 90 Prozent der Kinder kommen aus Haushalten, in denen nicht Deutsch als Muttersprache gesprochen wird. Was vorurteilsmäßig dazu führt, dass diese Schule ein schlechtes Image hat. Doch Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen, Wissenschaftler*innen, Eltern und die Schulleitung betonen: Es fließen sogar mehr Mittel in den Schulunterricht, es gibt mehr Pädagog*innen und die Schule ist weder besser noch schlechter als andere Grundschulen. Einen objektiven Grund, seine Kinder hier nicht hinzuschicken, gibt es nicht. 

Die weiß-deutsche Mutter kümmern diese Fakten aber wenig. Sie behauptet, dass sie sich wegen Corona die besagte Schule im Kiez nicht als Hospitantin anschauen und sich darüber ein eigenes Bild machen könne. In mehreren Szenen sieht man sie hin- und herüberlegen, ob sie ihren Sohn doch nicht auf die Einzugsschule nebenan schicken soll. Doch eine Szene verrät doch ihre Intention: Als der Sohn einen Platz in der entfernten Privatschule bekommt, zu der sie demnächst mühsam pendeln muss, fällt ihr ein Stein vom Herzen. Sie sagt: 

"Ich weiß noch nicht, wen ich zuerst anspringen soll vor Freude (...) Da bin ich egoistisch. Da denke ich an meine Familie im Kleinen, als an die Gesellschaft im Großen." 

Man könnte diesen Egoismus auch mit einem Wort abkürzen: Rassismus. 

Die komplette Doku kann man hier an einem Stück sehen

Leben im "Szene-Kiez", aber das Kind kommt auf eine andere Schule

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Kommentare 4
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor 26 Tagen · bearbeitet vor 25 Tagen

    ich habe jetzt die Doku noch nicht gesehen - ich weiß also auch nicht welchen Hintergrund die Mutter hat.
    Aber "es ist Rassismus" zu verkünden, halte ich für falsch. vorschnell.
    Das ist eher Klassismus. und zwar zweifach - wenn die Mutter nicht gegen die verschiedenen Ethnien eingestellt sein sollte, sondern gegen die (angebliche) Problem-Schule, wäre Klassismus.
    und zwar unabhängig davon ob die Mutter einer wohlhabender er bzw. 'anderen' Klasse angehört.
    (und die schnelle Verurteilung der Mutter kann selbst klassistisch sein.)

  2. Nutzer gelöscht
    Nutzer gelöscht · vor einem Monat

    Warum können diese Eltern es nicht als Bereicherung ansehen, wenn ihr Kind mit Kindern mit unterschiedlichem familiärem Hintergrund zusammenkommt, die Möglichkeit hat, diese Familien kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern? Traurig.

    1. Gabriele Feile
      Gabriele Feile · vor einem Monat

      Zumal ja dies oft als Argument für "bessere" Schulen angeführt wird: der internationale Hintergrund der Kinder, die aus Expat-Familien kommen (anstatt aus Flüchtlings- oder ehemaligen Gastarbeiter-Familien). Grotesk und traurig.

  3. Jasmyn Kilian
    Jasmyn Kilian · vor einem Monat

    Dies ist übrigens kein Großstadt Phänomen, sondern passiert ebenso in der Provinz. Die Bezugsschule wird umgangen, obwohl die günstigere Miete des Stadtteils gerne in Anspruch genommen wird. Es hat etwas von "spiel nicht mit den Schmuddelkindern" und es ist fatal, weil so die nächste Generation dazu erzogen wird in der "Wir und die Anderen" Kategorie zu denken.

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