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Flucht und Einwanderung

Fabian Köhler
freier Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler (M.A.)
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piqer: Fabian Köhler
Montag, 22.05.2017

Eine andere Flüchtlingspolitik ist möglich! Das Beispiel Türkei.

Man soll den Leser ja dort abholen, wo er ist: Was!? Ausgerechnet Türkei!!!??? ლ(ಠ益ಠ)ლ Jenes Land, dessen Armee syrische Kinder an der Grenze erschießen lässt und mit seiner Kurden- und Syrien-Politik selbst ein nicht unerheblicher Produzent von Flüchtlingen ist?

Ja, diese Türkei. Aber darum soll es diesmal ausnahmsweise einmal nicht gehen. Stattdessen um jene Dimension türkischer Flüchtlingspolitik, die medial allzu selten vorkommt. Vielleicht auch, weil sie nicht in die Erzählung vom autoritären Sultanat und dem europäische Willkommensweltmeister passt.

Frank Nordhausen, selbst ein nicht unerheblicher Produzent von Kritik an der türkischen Politik, hat in der Berliner Zeitung einmal zusammengefasst, was die EU von der Türkei in der Flüchtlingspolitik lernen kann:

  • Zuallererst: überhaupt Flüchtlinge hereinlassen. 2,5 Millionen Syrer fanden in dem Land seit Beginn des Krieges Zuflucht. Mehr als in der ganzen Europäischen Union.
  • Gute Unterkünfte bereitstellen. „So perfekt, wie man Flüchtlingscamps nur bauen kann“ (New York Times)
  • Trotz kultureller Differenzen (konservativer Türke, säkularer Syrer) und negativer Folgen für die Mehrheitsgesellschaft (z.B. steigende Mieten) nicht gleich massenhaft auf die Straße gehen und Unterkünfte anzünden („insgesamt erstaunlich friedlich verlaufende Zuwanderungsgeschichte“)
Nun bin ich mir nicht mehr sicher, wo ich den Leser abholen soll: Zu weiteren lesenswerten Texten von Frank Nordhausen über die andere Seite türkischer Flüchtlingspolitik bitte hier klicken. Für weiteres Lehrmaterial in ugandischer, sudanesischer, italienischer oder nigerianischer Flüchtlingspolitik geht es hier entlang. 
Eine andere Flüchtlingspolitik ist möglich! Das Beispiel Türkei.
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Kommentare 2
  1. Johannes Sevket Gözalan
    Johannes Sevket Gözalan · vor 7 Monaten

    Tut mir leid aber für ein besseres Verständnis sollte der Autor mal zum einen ein paar Flüchtlinge dort interviewen und zum anderen der Frage nachgehen, warum Erdogan die Menschen gerufen hat und wie schnell sich die Willkommensrufe verflüchtigt haben...

    1. Fabian Köhler