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Flucht und Einwanderung

Fabian Goldmann
piqer: Fabian Goldmann
Sonntag, 27.03.2016

Ein Jahr Krieg im Jemen. Oder: Wie mit westlichen Waffen Flüchtlingsströme entstehen

Haben Sie von dem Terroranschlag Anfang letzter Woche gehört? Nein, nicht der in Brüssel. 119 Menschen starben, unter ihnen 24 Kinder. Der Attentäter: ein saudischer Kampfpilot. Seine Waffe: eine im Westen produzierte Bombe. Sein Ziel: Zivilisten auf einem jemenitischen Martkplatz. Die öffentliche Empörung: gleich null.

Seit dem 26. März 2015 bombardieren Kampfflugzeuge Saudi Arabiens und der Vereinigen Arabischen Emirate das Land, welches schon vor dem Krieg zu den ärmsten der arabischen Welt gehörte. Es ist bezeichnend für die Jemen-Berichterstattung vieler Medien, dass man auch zum Jahrestag kaum etwas über die Folgen jener Angriffe zu lesen bekommt.

Eine lesenswerte wie erschreckende Bilanz der Angriffe hat Rasha Mohamed (bezeichnenderweise kein Journalist, sondern Mitarbeiter von Amnesty International) im amerikanischen Foreign Policy-Magazin gezogen. Ob Schulen, Krankenhäuser, Wohnungen oder Marktplätze: Angriffe auf Zivilisten seien seit Beginn der Angriffe eher die Regel als die Ausnahme gewesen. 7.000 Menschen starben, 80 Prozent derJemeniten wurden infolge des saudischen „Stabilisierungseinsatzes“ abhängig von humanitärer Hilfe.

Dafür, dass sich der westliche Zeitungsleser auch bei fehlender Empathie für getötete Jemeniten für den Krieg im Jemen interessieren sollte, liefert der Text drei Gründe: Erstens: Es sind in Europa und in den USA produzierte Waffen, die im Jemen töten. Zweitens: Viele der 2,5 Millionen Vertriebenen (10 Prozent der Bevölkerung) werden auch irgendwann bei uns Zuflucht suchen. Und drittens: Jene Terrororganisation, die sich im Schatten der saudischen Angriffe im Jemen festsetzen konnte, bombt mittlerweile auch in Brüssel. 

Ein Jahr Krieg im Jemen. Oder: Wie mit westlichen Waffen Flüchtlingsströme entstehen
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