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Flucht und Einwanderung

Achim Engelberg
Dr. phil.
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piqer: Achim Engelberg
Freitag, 25.03.2016

Die Verleumder sind unter uns!!!!!!

Ein Büchnerpreisträger wehrt sich gegen das, was Rafik Schami plapperte und worauf auch in diesem Kanal hingewiesen wurde: "Es widert mich an. Wenn einer mich als Wirrkopf bezeichnet, als Konservativen, Nationalkonservativen, durchgedrehten Poststrukturalisten oder was der naturgemäß sehr flachen Etiketten sonst noch sein mögen, interessiert mich all das nicht. Aber Rafik Schami hat die Grenze von der Debatte zur persönlichen Verleumdung überschritten, die keiner überschreiten darf, niemals. Wer das tut, verlässt den Kreis derjenigen, mit denen zu sprechen ist. Das stelle ich hier fest, und ich lehne es ab, noch ein weiteres Wort dem Verleumder zu erwidern." Dem ist auch von mir kein Wort hinzuzufügen!!!!!!

Die Verleumder sind unter uns!!!!!!
6,4
12 Stimmen
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Kommentare 17
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

    Da wir mindestens zu Dritt diskutieren, eine Antwort als eigenständiger Kommentar: Auf der Webseite von Tumult ist der Text nicht veröffentlicht, das Heft ist vergriffen, in der Zentralen Landesbibliothek von Berlin gibt es die Zeitschrift nicht, sondern nur eine mit gleichnamigen Titel über Verkehrssicherheit. Es gibt Dutzende Kommentare, Artikel zu Jirgl, die meisten gegen ihn: In keinem fand ich ein Zitat von Jirgl über arabische Kulturen. Bei einer so wenig zugänglichen Quelle müsste man doch ein sprechendes Zitat vorlegen.

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      Das ist aber genau die Zeitschrift. de.wikipedia.org/wiki/Tumu...

    2. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

      @Dirk Liesemer Jetzt wird es grotesk: Ich musste heute in der ZLB ein bestelltes Buch ausleihen und fragte nach der Zeitschrift. Leider hatte sie diese Nummer nicht, so die Bibliothekarin, da Tumult seit 2013 nur noch in der germanistischen Fachbibliothek zu lesen sei. Anschließend holte ich jemanden vom Hauptbahnhof ab: im Zeitschriften- und Buchladen hatte man Tumult nicht, allerdings den neuen Roman von Jirgl. Die Verleumdung beginnt im Kölner Stadtanzeiger, dann übernehmen andere Medien, als Quelle wird dann eine praktisch für eine größere Leserschaft kaum existierende Zeitschrift nachgereicht. Der angebliche Antisemitismus Jirgls zeigt sich also nicht in seinem teilweise in der Zeit der Nazi-Diktatur spielenden Romane (12 sind momentan im Hanser-Verlag lieferbar), auch nicht in seinem Gastbeitrag in Alexander Kluges Buch über den Todestag Hitlers (Suhrkamp), sondern nur in seinem Beitrag in Tumult. Das ist meines Erachtens eine Deckquelle, um abzulenken vom intellektuellen Bankrott eines Herrn Schami.

    3. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      @Achim Engelberg Möglicherweise findet längst eine Art "Stille Post Effekt" statt. Wenn ich das richtig sehe, hat alles mit einem Beitrag von Hans Hütt angefangen: www.zeit.de/kultur/20... Schami dürfte das gelesen und zugespitzt haben.

    4. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      @Dirk Liesemer Beziehungweise am 15. Jan. mit Thomas Steinfeld in der SZ, hier eine Replik von Böckelmann www.focus.de/magazin/a...

  2. Christoph Weigel
    Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

    @achim + @dirk ich verfolge euren austausch über die relevanz des schami-piqs und des jirgl-piqs mit interesse. beide piqs sind – aus meiner sicht – gerechtfertigt. und über die inhalte beider texte ist gewiss zu diskutieren (der jirgl-text in tumult liegt mir nur als auszug vor).

    (ich werde das dumme, surreale gefühl nicht los, daß beide, schami wie jirgl, demnächst auf einem chemtrail-kongress auftreten könnten.)

    1. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      Dass beide Kontrahenten auf Chemtrail-Kongressen auftreten könnten, sehe ich nicht so. Sie dürften eher von der Wucht und der politischen Resonanz ihrer Einlassungen überrascht sein.

    2. Christoph Weigel
      Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

      @Dirk Liesemer na ja, wer als professioneller schreiber ein interwiew gibt oder einen artikel in 'tumult' veröffentlicht, wird wohl eher nicht von der wucht der resonanz überrascht sein, sondern begeistert.

    3. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

      Gibt es in dem Auszug eine Aussage Jirgls über arabische Kulturen?

    4. Christoph Weigel
      Christoph Weigel · vor mehr als einem Jahr

      @Achim Engelberg @achim nein, in dem ein-seitigen auszug aus dem fünf-seitigen artikel keine aussage über arabische kulturen.

  3. Dirk Liesemer
    Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

    Rafik Schami bezieht seine Kritik übrigens auf einen Beitrag von Jirgl in der Zeitschrift Tumult und ist weniger aus der Luft gegriffen, als dieser Piq nahelegt.

    1. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

      Das steht aber nicht im Interview. Oder überlas ich was?

      Was schreibt denn Jirgl in Tumult über den Islam? Sind seine Worte wahr oder nicht wahr:
      "Und irgendetwas bleibt auch bereits an mir hängen, das habe ich inzwischen erfahren. Es nützt nichts, wenn ich hier erkläre, dass ich nie und nirgends etwas über Muslime und den Islam geschrieben habe und deshalb auch nicht gegen sie, schon allein, weil ich nichts davon verstehe; es nützt nichts, wenn ich sage, dass ich mich „über die arabischen Kulturen“ aus dem gleichen Grunde nie und nirgends geäußert habe und deshalb auch keine „Klischeebilder über die arabischen Kulturen“ verbreitet haben kann; und wenn mir allein schon der Anstand verbietet, mich gegen den Vorwurf des „salonfähigen Antisemitismus“ zu verteidigen, dann wird auch das nichts nützen. Irgendetwas bleibt hängen. Irgendwie macht alles die Runde. Irgendwann wird jeder gelesen haben, Reinhard Jirgl hätte islamophobe oder antisemitische Sachen geschrieben. Und keiner wird wissen, wo. Und keiner wird wissen, dass es diese Texte nicht gibt."

      Auf jeden Fall ist die Argumentation von Schami so schwach, dass ich mich über die Zustimmung wundere.

    2. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      @Achim Engelberg Laut ZEIT räsonniert Jirgl in dem Tumult-Beitrag, dass die Fremdenliebe zur deutschen Staatsräson gehört. So einen Pegida-Quatsch drückt natürlich nur eine in Dresden erscheinende Zeitschrift. Es ist schon interessant, dass Jirgl in der FAZ dazu keine Stellung bezieht und stattdessen ganz erheblich selbst mit Dreck und Pauschalisierungen um sich wirft. Jedenfalls wird er von Schami nirgendwo als Wirrkopf, Nationalkonservativer oder durchgedrehter Poststrukturalist bezeichnet. Was mich am meisten irritiert hat, wieso man sich als Piqer so eindeutig auf eine Seite schlagen muss.

    3. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

      @Dirk Liesemer 1. Schami gibt keine Quellenangabe, Medien suchen eine Quelle. Dabei wird Jirgl auch von Ihnen mit Pegida in Verbindung gebracht. Dabei fallen weitere beleidigende Äußerungen. In Jirgls Text steht nirgends, dass er behauptet, Schami hätte ihn als Wirrkopf u. a. bezeichnet. Wo lasen Sie von Jirgl dergleichen? Das sagten andere.
      2. Jirgl wehrt sich und zwar eindeutig: Es gebe bei ihm keine solche Texte. Warum sollte er eine Stellung zu einem einzelnen Text beziehen, der vom ursprünglichen Verleumder gar nicht erwähnt wird? Seine Antwort ist umfassender: Es gibt keinen solchen Text, nirgends.
      3. Solange kein Text auftaucht, der klar belegt, dass Jirgl über die arabischen Kulturen oder die Islamisierung des Abendlandes geschrieben hat, hat er Recht! Und mein Piqd ist relevant; wenn ein Text von Jirgl gefunden wird, der seinen Artikel widerlegt, ist er weniger relevant. Warum weniger und nicht unrelevant?
      4. „Die Islamphobie ist der salonfähige Antisemitismus.“ Dieser Stuss von Schami müssen historisch-kulturell Gebildete auch dann noch ablehnen! Aber bislang gibt es kein direktes Jirgl-Zitat über arabische Kulturen.

    4. Dirk Liesemer
      Dirk Liesemer · vor mehr als einem Jahr

      @Achim Engelberg zu 1. Schami hat die Quelle nachgereicht (KstA vom 25. März); dass andere Jirgl als Wirrkopf etc bezeichneten, macht Jirgl nicht deutlich (Sie oben übrigens auch nicht). Vielmehr muss man als Leser annehmen, dass diese Äußerungen allesamt auf Schami zurückgehen (es wird auch im gesamten Text kein anderer Name außer Schami genannt).
      zu 2. Es ist Ihre Sache, ob Sie das Vokabular von Jirgl übernehmen ("Verleumder"); mir persönlich geht das zu weit - zumal wir uns hier schon im Strafrecht bewegen.
      zu 3. Ich halte Ihren Piq übrigens für relevant und wäre auch sonst nicht auf den lesenswerten Text von Jirgl gestoßen. Ich hätte ihn sogar positiv bewertet, aber mich stört, wie Sie den Piq präsentieren - schon die vielen Ausrufezeichen! Mich würde übrigens mal interessieren, ob Sie den Beitrag von Jirgl in Tumult gelesen haben. Ich nicht. Falls aber stimmt, was die ZEIT schreibt, dann ist Jirgls Argumentation bei Pegida anschlussfähig.
      zu 4. Schamis Äußerung halte ich für falsch. Sie ist zwar allgemein gehalten und nicht direkt auf Jirgl bezogen. Dass Jirgl sich wehrt, ist nachvollziehbar und richtig. Aber das ist ja auch nicht meine Kritik an diesem Piq.

    5. Gurdi (Krauti)
      Gurdi (Krauti) · vor mehr als einem Jahr

      @Dirk Liesemer Nach lesen der Debatte hier, erscheint mir Ihre Argumentation schlüssig.

      Das ganze ist ja viel Aufregung um eine eigentlich banale Angelegenheit.

      Den PIQ von Herrn Engelberg finde ich auch recht irritierend. Das ist mir auch deutlich zu persönlich, es scheint ja fast als würde er sich selbst getroffen fühlen. Das entspricht tatsächlich nicht dem Sinn eines PIQ´s nach meiner Auffassung.

    6. Achim Engelberg
      Achim Engelberg · vor mehr als einem Jahr

      @Dirk Liesemer Ich antwortete, da es mindestens einen dritten Mitdiskutanten gibt, mit einem gesonderten Kommentar.