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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung

am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück.

Gründer des Netzwerks Fluchtforschung.

Forscht zu, schreibt über und kommentiert Migrations- und Flüchtlingspolitik insbesondere aber nicht nur in Deutschland und Europa.

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piqer: J. Olaf Kleist
Mittwoch, 29.05.2019

"Die Geflüchtete": Wer ist sie und wie geht es ihr? Wir wissen es nicht.

"Der Flüchtling" ist in der öffentlichen Wahrnehmung häufig nicht mehr als eine Chiffre, mal gut, mal böse, ein Stereotyp einer unbestimmten, aber männlichen Figur. Statistiken verraten uns zumindest, dass dies ziemlich kurz greift: Etwa die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Frauen, in Deutschland etwa ein Drittel. Wir wissen, dass Frauen besonders gefährdet sind, auf der Flucht - und auch in Deutschland. Nur wissen wir tatsächlich noch sehr wenig über das Ausmaß und die Umstände der Gewalt gegen geflüchtete Frauen.

Wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervorgeht, weiß [die Bundesregierung] unter anderem nichts über Übergriffe auf Frauen in Asylbewerberheimen; die ihr vorliegenden Statistiken verzeichnen auch keinerlei Sexualdelikte.

Nun ist es nicht so, dass zu dem Thema gar nicht geforscht würde. Aber der Mangel an Wissen – gerade, wenn Frauen gefährdet sind – ist problematisch, zumal angesichts der vielen Daten, die von Flüchtlingen und über sie gesammelt werden. Flüchtlingsunterkünfte sind dabei besondere Gefährundungsorte. Zum Glück gibt es bereits eine wichtige Initiative des Bundesfamilienministeriums, UNICEFs und flüchtlingspolitischer Organisationen zur Gewaltprävention in Flüchtlingsunterkünften. Hier scheint aber noch weiterer Forschungsbedarf zu bestehen, zumal zur Situation geflüchteter Frauen, um verschiedene Gefährdungen für diverse Gruppen von Geflüchteten zu erkennen und überhaupt zu wissen, wo Schutzmaßnahmen ansetzen müssen.

"Die Geflüchtete": Wer ist sie und wie geht es ihr? Wir wissen es nicht.
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Kommentare 1
  1. Emran Feroz
    Emran Feroz · Erstellt vor 27 Tagen ·

    Danke für den Beitrag. Auch ich bin der Meinung, dass der Mangel an Wissen bzgl. geflüchteter Frauen ein großes Problem ist. Dies nährt übrigens auch das rechte Narrativ der "männlichen Wirtschaftsflüchtlinge". Es heißt ja immer wieder, dass arabische oder afrikanische Männer (Hauptsache, irgendwie Muslime), Europa einnehmen wollen, und es gibt leider immer noch viel zu viele Menschen, die diesen Quatsch glauben.

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