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Flucht und Einwanderung

Das Mittelmeer als tödlichste Grenze der Welt erklärt

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergMontag, 03.01.2022

Die Krautreporter haben den im letzten Jahr beliebten Erklärartikel von Benjamin Hindrichs bis kommenden Freitag freigeschaltet; danach ist er nicht mehr kostenlos zu lesen, aber immer noch lesenswert.

Er beginnt so:

Die EU hält den Friedensnobelpreis – doch ausgerechnet an ihrer Grenze sterben jedes Jahr Hunderte bis Tausende. Wie konnte es so weit kommen? Die kurze Antwort: Angst. Die lange gebe ich in diesem Text.

Es ist ein langes, dennoch komprimiertes Stück mit vielen Links und einem pessimistischen Ende über die Entwicklung der letzten Jahre:

Seither lenkt die Angst vor ähnlichen Szenarien das Handeln der EU, der Ausnahmezustand von 2015 gilt als Rechtfertigung für Abschreckungs- und Externalisierungspolitik. Und aus der rechtlichen Kategorie „Flüchtling“ ist eine rein politisch-ideologische Frage geworden, die Gesellschaften in ganz Europa spaltet.

Jeder Diskussion um die Gewährleistung geltender Rechte, um die Rettung von Leben und die würdige Behandlung von Menschen im Einklang mit europäischem Recht wird die Frage vorgeschoben, ob es denn wirklich Flüchtlinge seien. Diese Umdeutung aller Menschen an den Außengrenzen in illegale Migrant:innen erschwert von Vornherein den Zugang zum Asylrecht. Entsprechend konsequent ist der einzige Punkt, auf den sich alle EU-Mitgliedsstaaten in ihrer Asylpolitik einigen können: So wenig Menschen wie möglich sollen die Außengrenzen erreichen – um fast jeden Preis.

In fast allen Punkten kann ich dem Autor zustimmen – nur nicht zu dieser Aussage:

Es fällt manchmal schwer, sich daran zu erinnern, aber die EU stand mal für offene Grenzen und Menschenrechte. Heute steht sie jedoch für tödlichste Außengrenze der Welt.

Das war immer Agitation und Propaganda: schon im Mai 1991 (!) protestierten Künstler während der Filmfestspielen in Cannes gegen das Sterben im Mittelmeer. Damals hieß die EU noch EWG.

Wer noch mehr erfahren will, findet etliches in meinem Buch AN DEN RÄNDERN EUROPAS. So war das Mittelmeer entweder das Meer der Zivilisationen oder eine tödliche Grenze. Während des Zweiten Weltkriegs und der Shoah flohen viele in die andere Richtung – bloß raus aus der Hölle Europa.

Dass aber die kulturellen Unterschiede nicht so groß sind, erkennt man an der Literatur gestern und heute, die ich auswertete. Sie ist eine unverzichtbare Quelle geworden, was auch Kollegen wie Andreas Kossert so sehen.

Noch ist offen, wie und wann das Sterben im Mittelmeer und an anderen gefährlichen Grenzen endet. Und eine wesentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wie viele werden durch die Not auf ihrem Weg nach Europa gebrochene Menschen, die bis zum Lebensende dauerhaft Albträume haben? 

Nur das danach dürfte gewiss sein, denn es wird heißen:

Das haben wir nicht gewusst!

Und dann: Nie wieder!

Und an den Gedenkorten wird es heißen: Am Ende kommen Touristen.

Das Mittelmeer als tödlichste Grenze der Welt erklärt

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