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Flucht und Einwanderung

Robert Müller
Robert Müller
Community piq
Montag, 21.01.2019

Eine Justierung der Perspektiven.

Der Schriftsteller Kacem El Ghazzali stammt aus Marollo und kam 2011 als Flüchtling in die Schweiz. Der Artikel beginnt mit einem Überblick über Hoffnungen von Flüchtlingen:

Sie sehen Europa als Ort, an dem ihre Ideale gelebt werden. Allerdings hat jeder, der aus der sogenannten islamischen Welt Europa entgegenstrebt, eine eigene Vorstellung dieses Traums. Die einen wollen ihre wirtschaftliche Situation verbessern; andere fliehen vor Terror, Krieg und Zerstörung; wiederum andere hängen abstrusen Vorstellungen von einem Kalifat an und möchten Andalusien erneut auf die islamische Weltkarte setzen. Manch einer träumt von Europa als perfekter Verkörperung der Freiheit, fernab des «orientalischen Despotismus» (Bassam Tibi).

Nach der Ankunft in Europa folgt jedoch oftmals die Enttäuschung der Hoffnungen:

Dieser europäische Traum löst sich jedoch für manchen Neuankömmling schnell in Luft auf, wenn er plötzlich seine Sprachlehrerin sagen hört, alle Menschen verfügten über die gleiche Würde: Christen, Juden und Muslime, Frauen, Männer und Homosexuelle.

Die Flüchtlinge sehen sich der Forderung gegenüber sich zu integrieren:

Sie verstehen Integration als Aufforderung zum Verrat an der eigenen Religion. Als Akt des Widerrufs der eigenen Identität und Kultur, oder gar als Verbrechen – ganz nach der Parole Recep Tayyip Erdogans: «Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.»

Soweit sooft gelesen. Doch jetzt startet Kacem El Ghazzali mit seiner eigentlichen These:

Es ist falsch, zu glauben, jeder, der aus der islamischen Welt nach Europa komme, bedürfe zwangsläufig der Integration. Es gibt Menschen, die nicht nur schon integriert ankommen, sondern sogar aufgeklärte Europäer im Geiste sind.

Der Gedanken des Europäers im Geiste leistet einen neuen Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte. Dabei gelingt es dem Artikel Fehlkonzeptionen in der Erwartungshaltung beider Seiten aufzuzeigen.

Eine Justierung der Perspektiven.
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