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Flucht und Einwanderung

"Boten des Unglücks" (Brecht) - Das Fluchtparodox einfach erklärt

Achim Engelberg
Dr. phil.
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Achim EngelbergMontag, 27.06.2022

Es ist eine Meldung im Schatten des Krieges in der Ukraine, aber schon vor der Ausweitung der Kampfzone am 24. Februar 2022, kamen vergleichbare Nachrichten nicht in die Hauptschlagzeilen: Tausende Menschen aus Afrika versuchten die Grenzzäune der spanischen Exklave Melilla zu überwinden; Sicherheitskräfte griffen hart ein und es kam zu Toten und Verletzten.

Mittlerweile stieg die Zahl der offiziellen Toten von 18 auf mindestens 23 Menschen, einige Stimmen nach sind es bis zu 37 Flüchtlinge. Eine solche Meldung verstört kaum noch; höchstens sind die bewegten Bilder ein wenig unangenehm. Selbst wenn es bei den 23 Toten bleibt, die nächsten werden sterben - bald.

In solchen blutigen Vorfällen zeigen sich tieferliegende Krisen der Globalisierung wie sie in den letzten Jahrzehnten sich entwickelte und entwickelt wurde.

Die österreichische Wissenschaftlerin und Publizistin Judith Kohlenberger bemerkt:

Es gibt dieses geflügelte Wort in der Migrationsforschung: Migranten sind sichtbar gewordene Globalisierung. In ihnen zeigen sich die direkten und indirekten Auswirkungen von Konflikten, die wir selbst miterzeugt haben, durch Ausbeutung und kriegerische Konflikte.

In ihrem lesenswerten Interview zeigt sie, in welchen Paradoxien sich die EU und den "Westen" nach den Epochen der Kolonisierung sich befindet und bewegt.

Zu ähnlichen Schlüssen kam ich in meinem Buch AN DEN RÄNDERN EUROPAS, weshalb mir das Interview aus einem kirchlichen Sonntagsblatt zugeschickt worden ist. Ich nutze allerdings Bertolt Brechts Ausdruck "Boten des Unglücks" aus seinem Gedicht "Landschaft des Exils".

Der Theatermacher wusste: Flüchtlingsgeschichten ähneln den Botenberichten des klassischen Dramas. In ihnen verdichten sich heute planetarische Konflikte, eine Grammatik der Weltkrise findet sich in den Biografien der Ankommenden.

In den vor dem Krieg in der Ukraine Fliehenden sieht Judith Kohlenberger eine Repolitisierung der Flüchtlingspolitik wie im Kalten Krieg. Damals waren die Ankommenden aus dem Osten auch willkommen.

Das ist zu begrüßen, aber die gravierende Zunahme von Flüchtlingen und deren häufige Abweisungen bleiben. Das zeigt sich auch wieder in der Reaktion des angeblich progressiven Spaniens Premier Pedro Sánchez, der nicht den Tod Unbewaffneter bedauert, aber die Sicherheitskräfte lobt.

Eine Zunahme von hier Ankommenden ist kaum zu verhindern, dennoch fordert die Migrationsforscherin Judith Kohlenberger:

Es ist aber durchaus möglich, auch innerhalb dieser Widersprüchlichkeiten eine gewisse Verantwortungsübernahme voranzutreiben und stetig einzufordern, im Kleinen wie im Großen. Die größeren Zusammenhänge wären deshalb wichtig, weil uns die wirklich großen Fluchtbewegungen, so meine ich, erst tatsächlich bevorstehen wird. Nämlich dann, wenn immer mehr Teile der Welt unbewohnbar werden aufgrund der Klimakrise.

Gespannt bin ich auf das im Interview angekündigte, bald erscheinende Buch DAS FLUCHTPARADOX von Judith Kohlenberger.

"Boten des Unglücks" (Brecht) - Das Fluchtparodox einfach erklärt

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