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Flucht und Einwanderung

Afghanistan – Scheitern eines imperialistischen Krieges

Emran Feroz
Journalist
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Emran FerozMontag, 22.11.2021

Lesenswertes Interview über den Afghanistan-Krieg mit dem US-Imperialismus-Forscher Atul Kohli, der an der Princeton University lehrt. 

Kohli fasst wichtige Punkte, die ich in vielerlei Hinsicht unterschreiben kann, übersichtlich zusammen. So macht er etwa deutlich, dass es in Afghanistan NICHT um die wirtschaftlichen Interessen des amerikanischen Empires ging, zumindest nicht am Anfang.

Die US-Invasion war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und auf das Pentagon viel mehr ein Rachekrieg als ein Krieg der Gier. Es wäre dumm zu behaupten, dass der damalige Präsident George Bush das Land aus wirtschaftlichen Interessen angegriffen habe. Es gab auch ein Sicherheitsinteresse dahinter. Allerdings haben sich im Lauf der Besatzung wirtschaftliche Interessen entwickelt.

Wie sahen diese wirtschaftlichen Interessen später aus? Natürlich geht es hier um die gigantische Kriegsindustrie, die vom Einsatz profitierte. Afghanistan wurde zum Testfeld neuer Waffen, während Söldnerorganisationen wie "Blackwater" das große Geschäft machten. Hinzu kamen innerafghanische Akteure wie Warlords und Politiker, die plötzlich Multimillionäre waren. 

Die Verhandlungen mit den Taliban sowie den Abzug des US-Militärs vergleicht Kohli mit der Politik der Amerikaner in Vietnam. Auch dort war man irgendwann kriegsmüde und gab jenes Klientelregime auf, das man unterstützt hatte. 

Donald Trump folgte mit dem Abzug, den er 2020 eingeleitet hat, auch seiner nationalistischen Agenda. Das Versprechen, US-Soldaten nach Hause zu holen, kam bei der Basis gut an. Dass Trump mit den Taliban über den Abzug verhandelte, ohne die afghanische Regierung einzubeziehen, war ein klares Signal, dass die USA diese Regierung aufgegeben hatten. Das erinnert an Vietnam, wo Anfang der siebziger Jahre der damalige Sicherheitsberater Henry Kissinger mit dem nordvietnamesischen Führer Le Duc Tho ohne grossen Einbezug der Führung in Südvietnam Abmachungen traf.

Von Joe Biden wurde dieser politische Schritt Trumps übernommen. Womöglich dachte man sich in Washington, dass das Afghanistan-Dilemma sonst gar nicht aufhören und die nächsten Wahlen abermals beeinflussen würde. Hinzu kommt, dass der Fokus der USA sich mittlerweile massiv auf China gerichtet hat. 

Dass ein Shift in der westlichen Wahrnehmung des Krieges stattgefunden hat, steht allerdings außer Frage. Kohli stellt zu Recht fest, dass selbst die New York Times jüngst den Afghanistan-Einsatz als "neokolonialen Krieg" bezeichnete. 

Afghanistan – Scheitern eines imperialistischen Krieges

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Kommentare 2
  1. Thomas Wahl
    Thomas Wahl · vor 5 Tagen

    "Es wäre dumm zu behaupten, dass der damalige Präsident George Bush das Land aus wirtschaftlichen Interessen angegriffen habe. Es gab auch ein Sicherheitsinteresse dahinter. Allerdings haben sich im Lauf der Besatzung wirtschaftliche Interessen entwickelt." So das Interview. Denen natürlich andere wirtschaftliche Interessen in anderen Zweigen der Volkswirtschaft entgegenstanden. Also das Vorhandensein verschiedener wirtschaftlicher Interessen ist normal, macht aber noch keinen imperialistischen Krieg. Zumal nun die afghanischen Rohstoffe wahrscheinlich von China gehoben werden. Aber insgesamt versucht Kohli eine ausgewogene Analyse …..

  2. Dominik Lenné
    Dominik Lenné · vor 6 Tagen

    Die Parallele zu Vietnam ist erstaunlich.
    Emotional-ideologische Aufgeputschtheit am Anfang, nüchternes Ressourcenkalkül am Ende.

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