Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Feminismen

Meike Leopold
Kommunikationsexpertin

Kommunikationsexpertin mit Wurzeln im Journalismus. Unternehmensbloggerin der ersten Stunde. Buchautorin und Speakerin. Seit 2016 selbstständige Beraterin für (digitale) Unternehmenskommunikation. Bloggt auf www.start-talking.de.

Zum piqer-Profil
piqer: Meike Leopold
Sonntag, 15.09.2019

Zu schrill, zu laut: Wie das Radio weibliche Stimmen systematisch zum Schweigen brachte

Mit dem Aufkommen des Radios am Anfang des 20. Jahrhunderts verstummten weibliche Stimmen zunehmend. Man(n) zog männliche Sprecher den Frauen vor. Ihre hohen Stimmen würden technische Probleme erzeugen, hieß es. Sie galten als schrill, grell oder verzerrt.

Der Hintergrund dürfte nicht so bekannt sein. Das macht diesen Beitrag im "New Yorker" wirklich interessant. Die Radiostationen sendeten ab den 20er Jahren auf einer Frequenz zwischen 300 und 3.400 Hertz. Das war das Minimum, um menschliche Stimmen übertragen zu können.

Das Ergebnis: Die Stimmen der Frauen fielen quasi durch das Raster, das Techniker und Ingenieure auch aufgrund von politisch-regulatorischen Bestimmungen für das neue Medium entwickelt hatten. Dazu der Beitrag:

Capping a signal at three thousand four hundred hertz didn’t significantly impact intelligibility for many men, but it certainly did so for most women, because it removed a significant portion of the sonic information critical for consonant identification.

Die Folgen dieser technischen Beschränkung waren enorm und wirken bis heute nach. Weibliche Sprecherinnen wurden dazu angehalten, ihre Stimme zu senken, weniger "emotional" zu sein. Und sie taten es. Der Artikel führt hier u. a. Maggie Thatcher als Beispiel auf.

Den Rat, sich beim Sprechen zurückzunehmen, bekommen Frauen immer noch. Wenn sie ihn jedoch befolgen, können sie es auch nicht richtig machen. Man wirft ihnen dann nämlich vor, unnatürlich oder angestrengt zu wirken. Kein Wunder: Jede/r, die/der regelmäßig vor Publikum spricht oder auch im Studio aufnimmt, weiß, dass Authentizität und Glaubwürdigkeit erst durch einen freien und befreiten "Flow" der Stimme ermöglicht werden.

Besseres Audio Engineering könnte vieles wettmachen. Doch letztlich geht es nicht um Technik, sondern darum, weibliche Stimmen zum Schweigen zu bringen, so die Schlussfolgerung der Autorin. 

Ein Gedanke am Rande: Vielleicht können die vielen weiblichen Podcast-Macherinnen hier so manche Ungerechtigkeit ausgleichen?

Zu schrill, zu laut: Wie das Radio weibliche Stimmen systematisch zum Schweigen brachte
9
8 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Feminismen als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer Kuratoren als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in iTunes:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.