Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Feminismen

Margarete Stokowski
Autorin
Zum piqer-Profil
piqer: Margarete Stokowski
Mittwoch, 14.08.2019

Wie man übers Kopftuch reden sollte und wie nicht: Andrea Böhm antwortet Alice Schwarzer

Andrea Böhm hat auf einen Text von Alice Schwarzer geantwortet. Schwarzer hatte geschrieben, was sie immer zum Kopftuch schreibt: „Die westlichen Linken, von denen viele von Beginn an sympathisiert haben mit dem politischen Islam“, interessieren sich angeblich nicht für die Rechte von Frauen mit Kopftuch – man müsse sich nicht wundern, wenn „nicht nur die AfD, sondern auch immer mehr Bürgerinnen und Bürger angesichts der falschen Toleranz ‚den Islam‘ mit Islamismus gleichsetzen – und allmählich zu echtem Rassismus neigen“ – als hätte es nicht in den vergangenen Jahrzehnten auch schon massenhaft Rassismus gegen muslimische Menschen in Deutschland gegeben (das, laut Schwarzer, doch „nach dem Schock der Nazi-Zeit relativ gut geimpft zu sein [schien] gegen Fremdenhass und Antisemitismus“ – naja).

Ich würde nicht alles so schreiben wie Andrea Böhm, denke aber, es ist gut, dass sie zeigt, wie Schwarzer gegen die Linke wettert und gleichzeitig die Rechten verharmlost:

Das eigentliche Problem an Schwarzers Argumentation ist aber weniger ihre Attacke auf die Linke als ihre Verständnishascherei für die Ausbreitung von Rassismus.

Böhm erinnert an den NSU, den NSU 2.0 und an die Tatsache, dass Frauen mit Kopftuch immer noch Individuen sind:

Wenn ich in meinen Jahren in Nahost eines begriffen habe, dann, dass der Hidschab alles Mögliche sein kann: Symbol einer Islamisierung; Distanzierung vom westlichen Kommerz-Kult um einen sexualisierten weiblichen Körper; Gehorsam gegenüber einem konservativen Elternhaus; taktisches Zugeständnis, um sich in einer aggressiv frauenfeindlichen Öffentlichkeit freier bewegen zu können. Oder Symbol der Wut auf das eigene, vermeintlich säkulare Regime (...). Ich verharmlose damit weder die Gefahr reaktionärer Islamisten, noch schmälere ich meine Solidarität mit Frauen, die sich wie im Iran gegen den Kopftuchzwang wehren. Ich stelle aber fest, dass man, um herauszufinden, was das Kopftuch bedeutet, zuallererst mit der Frau reden sollte, die es trägt.

Wie man übers Kopftuch reden sollte und wie nicht: Andrea Böhm antwortet Alice Schwarzer
8,8
14 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Feminismen als Newsletter.