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Feminismen

Dana Buchzik
piqer: Dana Buchzik
Dienstag, 01.03.2016

"Wenn sich im Bett nichts ändert, verändert sich auch politisch nichts"

Die Immunologin und Journalistin Shereen El Feki hat fünf Jahre lang die arabische Welt bereist und Männer und Frauen zum Thema Sex interviewt. Ihr Buch „Sex und die Zitadelle“ ist bei Hanser erschienen; nun war sie zu Gast bei „Sternstunde Philosophie“ (SRF). Thematischer Aufhänger sind u.a. die sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht.

In klaren Worten weist El Feki darauf hin, dass es vollkommen unsinnig ist - auch und gerade nach den Ereignissen in Köln -, pauschale Behauptungen über „den“ arabischen Mann aufzustellen. Dass die inakzeptablen Taten weniger nicht benutzt werden dürfen, um viele zu diskreditieren. Dass ein positiver und wertschätzender Zugang zu Sexualität durchaus mit dem Islam vereinbar ist – und dass man sich von der exotisierenden und oft auch imperialistisch eingefärbten Idee, moralische Werte des Ostens seien schier unvereinbar mit denen des Westens, ruhig verabschieden darf.

Shereen El Feki beschreibt, wie im arabischen Raum eine Öffnung der Debatte rund um Sexualität stattfindet. Sie gibt zu bedenken, dass bei der Hemmung von Frauen, sexuelle Gewalt zur Anzeige zu bringen, oft die Familie das Kernproblem darstellt und nicht (nur) Polizei oder Gesetzgebung – und sie konstatiert, dass (sexuelle) Befreiung erst im Privatleben stattfinden muss, ehe sie sich auch in der politischen Sphäre etablieren lässt.

Ein lehrreiches und kurzweiliges Gespräch!

"Wenn sich im Bett nichts ändert, verändert sich auch politisch nichts"
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