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Feminismen

Theresia Enzensberger
Journalistin und Herausgeberin des BLOCK Magazins
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piqer: Theresia Enzensberger
Mittwoch, 11.05.2016

Was passiert, wenn man als weibliche Autorin unter einem männlichen Namen agiert

Das es so etwas wie "unconscious bias", also unbewusste Vorurteile gibt, ist hinlänglich bekannt. Es gibt Studien über männliche Studenten, die grundlos besser benotet werden, als ihre weiblichen Mitstudenten. Es gibt Studien über Lebensläufe, die erfolgreicher sind, weil sie mit einem männlichen Namen versehen wurden. Und so weiter. 

Je mehr Studien sie las, desto wütender wurde die Schriftstellerin Catherine Nichols. Sie beschloss ein Experiment zu machen: Sie verschickte ihr Exposé und einen Auszug aus ihrem Roman unter einem männlichen Namen mit dazugehörigem E-Mail-Konto an 50 Agenten. Das Ergebnis: Nicht nur wurde sie viel öfter aufgefordert, ihr vollständiges Manuskript zu schicken, die Antworten waren auch wärmer, bedachter und konstruktiver, als diejenigen, die sie als Frau erhielt.

Was passiert, wenn man als weibliche Autorin unter einem männlichen Namen agiert
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Kommentare 2
  1. Meike Leopold
    Meike Leopold · vor mehr als einem Jahr

    Schönes Thema. In früheren Zeiten war es ja gang und gäbe, dass Schriftstellerinnen unter Pseudonym schrieben (siehe Austen oder Bronte). Gerade lese ich einen Roman von Siri Hustvedt, in dem eine Künstlerin männliche alter Egos entwickelt und erst dann erfolgreich wird (the blazing world). lg, Meike

    1. Theresia Enzensberger
      Theresia Enzensberger · vor mehr als einem Jahr

      Der Roman ist toll (und erschreckend)! Was die Pseudonyme angeht: Da sieht man mal, wie wenig sich geändert hat...