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Feminismen

Şeyda Kurt über Liebe und Freundschaft im Kapitalismus

Margarete Stokowski
Autorin
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Margarete StokowskiMontag, 10.05.2021

In diesem Interview erklärt Şeyda Kurt einige Ideen aus ihrem Buch "Radikale Zärtlichkeit – Warum Liebe politisch ist". Liebe wird von vielen allgemein eher nicht als politisches Thema betrachtet, könnte man jedenfalls meinen. Faktisch ist es natürlich immer wieder auch eine politische Frage, wer Beziehungen mit wem führen soll und welche Beziehungen vom Staat unterstützt werden und welche nicht.

In meinem Buch betrachte ich da unterschiedliche Herangehensweisen. Zunächst geht es darum, wie gewisse Konzepte von romantischer Liebe und Familie über die letzten Jahrhunderte mithilfe der Gesetzgebung, der Institutionen und des Steuerrechts normiert wurden, was als normal und was als Abweichung dargestellt wurde.

Dazu kommt die Frage, wer sich überhaupt in unserer Gesellschaft ungefährdet bewegen kann und wer sich fürchten muss, in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten mit Partner*innen auszutauschen. Das betrifft vor allem queere Menschen, aber Menschen in interracial Beziehungen, zum Beispiel zwischen einem Schwarzen Mann und einer weißen Frau. Da spielen koloniale Vorurteile und Bilder eine Rolle, bei denen der Schwarze Mann als die Bedrohung angesehen wird, der den weißen Männern die weißen Frauen wegnimmt.

Außerdem erklärt sie, wie die Idee der bürgerlichen Hetero-Zweierbeziehung mit dem Kapitalismus zusammenhängt:

In Hetero-Zweierbeziehungen gibt es eine Arbeitsteilung, in welcher Care-Arbeit, also Fürsorge- und Hausarbeit, meistens als weiblich und als Aufgabe der Frau betrachtet wird. Dazu gehört auch alles, was damit zu tun hat, Kinder auf die Welt zu setzen und zu erziehen. Selbst in vermeintlich progressiven Beziehungen wird das meistens so gelebt. Auf diese Weise ist kostenlose Arbeit garantiert, die den Kapitalismus am Laufen hält. Wenn man anfangen würde, die Hausarbeit zu entlohnen, würde das System zusammenbrechen. Das System, in dem wir leben, beruht auf dieser ausgebeuteten verweiblichten Arbeit. Das sehen wir auch zum Beispiel in der Pflegebranche, die ebenfalls eher weiblich markiert ist und dadurch entwertet und schlechter entlohnt wird.

Plus noch einige schlaue Gedanken über Romantik, Freundschaft und warum sie statt "Liebe" lieber von "Zärtlichkeit" spricht, Spoiler: zwecks Revolution.

Wir können in unseren Intimbeziehungen einen anderen Umgang miteinander üben, was es bedeutet, Konsens zu erzielen und unterschiedliche Bedürfnisse zu berücksichtigen. Das ist auch zum Beispiel in politischen Bewegungen relevant. Radikale Zärtlichkeit ist für mich, all das auf einer größeren Ebene zu leben, die politischen Verhältnisse mitzudenken und letztendlich zu überwinden.

Şeyda Kurt über Liebe und Freundschaft im Kapitalismus

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Kommentare 1
  1. Cornelia Gliem
    Cornelia Gliem · vor einem Monat · bearbeitet vor einem Monat

    So wahr. leider. Allerdings: täte der Kapitalismus zusammenbrechen, würde Carearbeit in der Familie entlohnt? Oder würde es "nur" vieles verändern? ist es nicht eher so dass diese Entlohnung Kapitalismus noch bestärken würde?

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