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Feminismen

Barbara Streidl
Journalistin, Musikerin
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piqer: Barbara Streidl
Donnerstag, 01.08.2019

Pro Femina: Die "andere" Schwangerschaftskonfliktberatung

Seit einiger Zeit gibt es in München und Heidelberg eine neue Beratungsstelle für Frauen, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken, in Berlin wird eine in diesen Tagen eröffnet, so die taz. "Pro Femina" heißt die Organisation – die Namensähnlichkeit zu "Pro Familia" ist gewollt.

Pro Femina ist parteiisch, und zwar pro Kind. Gegen Abbruch. Was diese Parteilichkeit im Detail bedeutet, das haben Reporterinnen bei BuzzFeed in einer langen verdeckten Recherche erfahren:

Das Gespräch in München dauert etwa 90 Minuten. Unsere Reporterin stellt sich als Saskia vor. Die Beraterinnen sind einfühlsam, verständnisvoll, bemüht. Und sie machen Saskia immer wieder Angebote, um ein Leben mit Kind zu erleichtern. Ein Leben mit Säugling koste zunächst gar nicht viel Geld. Für die Entscheidung sei noch Zeit, betonen die Beraterinnen – mehrfach, ausführlich. Ein Abbruch sei dagegen nicht wieder rückgängig zu machen.

Die Beraterinnen sind nur etwas älter als Saskia, sie sind freundlich, ergänzen ihre Sätze gegenseitig. Doch auf Zweifel und Ängste gehen sie nicht ein. Auch konkrete Hinweise darüber, wie ein Schwangerschaftsabbruch abläuft, geben sie nicht.

Die Beraterinnen von Pro Femina bieten unserer Reporterin eine regelmäßige Zahlung zur Unterstützung an, sofern sie sich dafür entscheidet, ihr Kind zu behalten und ihr Einkommen dafür nicht reicht. Mehr als 100 Euro pro Monat seien möglich. Als unsere Reporterin fragt, wo sie sich genauer zum Thema Abtreibung informieren könne, sagen die Beraterinnen, sie solle googeln oder sich im Forum von Pro Femina umschauen.

Es lohnt sich, diesen ausführlichen Bericht zu lesen – auch wenn von Anfang an klar ist, dass die Reporterinnen dem Angebot von Pro Femina skeptisch gegenüberstehen. Dass die Organisationen, von denen Hilfesuchende eine Beratung hinsichtlich eines Schwangerschaftsabbruchs erhalten möchten, nicht voreingenommen sein sollten, versteht sich von selbst.

Pro Femina: Die "andere" Schwangerschaftskonfliktberatung
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Kommentare 2
  1. Felix TheC
    Felix TheC · Erstellt vor 19 Tagen ·

    Unfassbar.... Und sowas nennt sich dann Beratungsstelle. Vielen Dank für den Artikel!

  2. Meike Leopold
    Meike Leopold · Erstellt vor 19 Tagen ·

    Megakrass, das ist eine schlimme Irreführung von Frauen in Not. Noch dazu bekommen Frauen bei den zugelassenen Beratungsstellen ja auch ganz klar alle Hilfestellungen vorgestellt, die es für sie gegen könnte, wenn sie sich für das Kind entscheiden.

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