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Feminismen

Barbara Streidl
Journalistin, Musikerin
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piqer: Barbara Streidl
Mittwoch, 08.06.2016

Mit der Stechuhr zu Papa? Reformideen treffen Alleinerziehende

Von den Familien mit Kindern stehen in Deutschland die Alleinerziehenden wohl unter dem größten Druck. Gerade sie benötigen Unterstützung von staatlicher Seite — und dass diese Unterstützung besser werden kann, bestätigen eigentlich alle, die alleine mit einem Kind leben. Das ist, statistisch gesehen, in neun von zehn Fällen eine Frau, die Mama des Kindes.

Nun steht im Rahmen der sogenannten Rechtsvereinfachung des SGB II eine Verschlechterung der Situation Alleinerziehender und ihrer Kinder an. Hartz IV-Leistungen könnten an den Tagen, an denen das Kind nicht bei seinem alleinerziehenden Elternteil ist, sondern beim anderen Umgangsberechtigten, doch ausgesetzt werden. Gesprochen wird von etwa neun Euro Abzug pro Tag bei einem 6- bis 14-jährigen Kind. Das hieße also: Mit jedem Papatag gibt’s 9 EUR weniger für Mama. Und zwar auch dann, wenn der Vater gar nicht auf diese 9 EUR angewiesen ist.

Über diese Reform wurde gerade im Ausschuss für Arbeit und Soziales öffentlich debattiert — von vielen Verbänden und auch aus den Wissenschaften gibt es berechtigten Gegenwind. Politik für Alleinerziehende ist „feministische Politik", so die Juristin Prof. Dr. Maria Wersig.

Mit der Stechuhr zu Papa? Reformideen treffen Alleinerziehende
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Kommentare 2
  1. Daniel Schreiber
    Daniel Schreiber · vor mehr als einem Jahr

    Wirklich wichtiges Thema, danke für den Text!

  2. Marion Bruchhäuser
    Marion Bruchhäuser · vor mehr als einem Jahr

    Die Statistiken sind besonders interessant bzw. erschreckend:

    "Etwa 39 Prozent aller Alleinerziehenden beziehen „Hartz IV“-Leistungen."

    Dann aus der genannten Quelle:
    "90 Prozent aller Alleinerziehenden sind Frauen (1,4 Millionen)"
    "Alleinerziehende sind überwiegend gut ausgebildet: 78 Prozent
    verfügen über einen mittleren oder hohen Bildungsabschluss.
    Allerdings gibt es im Vergleich zu Müttern aus Paarfamilien auch
    mehr Mütter mit einem formal niedrigen Bildungsabschluss: 2013
    hatte knapp ein Viertel der alleinerziehenden Mütter einen niedrigen
    Bildungsabschluss, aber nur 16 Prozent der Mütter aus Paarfamilien."

    D.h. praktisch dass das enorm erhöhte Armutsrisiko gleichermaßen auch für Menschen mit Bildungsabschluss gilt.

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