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Feminismen

Barbara Streidl
Journalistin, Musikerin
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piqer: Barbara Streidl
Montag, 13.11.2017

Kinderwagenschieben ist für Väter eine Stilfrage

Ich bin nicht der Meinung, die in diesem Text vertreten wird: Dass Männer Kinderwägen mit einer Hand schieben, weil sie lässig und stark und überlegen sind, und die zweite Hand für Handy, Kaffeebecher, gar Bierflasche - oder den Notruf an die Kindesmutter benötigen.

Natürlich ist das eine Demonstration. Eine Demonstration der Stärke. Der Überlegenheit. Der eigenen Lässigkeit. Dieses Kinderding, dieses Rumgeschiebe, das mache ich doch mit, eben: links. Das braucht nicht den ganzen Mann. Das kostet nicht alle Kraft und Konzentration. Das integriere ich so elegant nebenbei in den Lebensflow, da bleiben noch Optionen offen.

Ich mag keine Stereotypen über "die Männer", "die Väter", "die Frauen", die "Mütter". Und auch keine über "die humorlosen Feministinnen".

Vielleicht ist das ja alles Ironie. Die sich dann leider nicht bis zu mir transportiert hat.

Kinderwagenschieben ist für Väter eine Stilfrage
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Kommentare 2
  1. Fabian Goldmann
    Fabian Goldmann · vor 8 Monaten

    Zu Anschauungszwecken oute ich mich mal als Ein-Hand-Schieber (Typ Hosentasche statt Handy). Zumindest was mich betrifft, hat Heinrich Wefing mit fast allem recht - außer mit dem letzten Absatz (es gibt auch Vollzeit-Ein-Hand-Schieber ohne Mama-Notruf) und seinem skeptischen Grundton. "...ein hart erkämpfter Fortschritt. Sie tun es aber, wenn nicht alles täuscht, auf absichtsvolle Weise beiläufig." Wieso "aber"? Das so beiläufig wie stilvoll in den Alltag integrierte Ein-Hand-Kinderwagenschieben steht doch gerade für die Selbstverständlichkeit der Vater-Kind-Beziehung. Wohingegen das auffällig verkrampfte Doppelhand-Schieben auf die Künstlichkeit der vermeintlich emanzipierten Handlung hinweist. Und in noch einer Sache muss ich widersprechen: Evolutionsbiologisch ist das sicherlich nicht angelegt. Den Kinderwagen über (Roll)treppen, Schnellstraßen oder Wanderwege zu transportieren ohne die rechte Hand aus der Hosentasche zu ziehen oder Abstriche beim Komfort des Kindes zu machen, bedarf einiges an Übung.

    1. Barbara Streidl
      Barbara Streidl · vor 8 Monaten

      Ha, Ein-Hand-Schieber-Outing - gut, dass Wefing nicht pauschal beschrieben hat, was den Typ Hosentasche ausmacht (verrotztes Taschentuch? Schnuller?)
      Der skeptische Grundton, der hat mich auch irritiert. Wefing hat ja 2015 auch ein Vater-Vereinbarkeits-Buch geschrieben, vielleicht hat das damit zu tun.