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Feminismen

Mohamed Amjahid
Buchautor und Journalist

Reporter, Kurator, Autor für deutsche und internationale Medien. Studium der Politikwissenschaft/Anthropologie. Themen: Weiße Mehrheitsgesellschaft, MENA, Autokratien, Kapitalismuskritik, Feminismus und kritische Theorie.

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piqer: Mohamed Amjahid
Montag, 28.09.2020

Im Dienst des Patriarchats und anderen Systemen der Dominanz

Frauen sollen versöhnlich sein. So haben es viele Feminist*innen in vielen Texten beschrieben. Es ist ein vom Patriarchat verordnetes "weibliches Attribut", das in diesem Text auf dem Blog "African Feminist Standpoint" gut aus verschiedenen Lebensrealitäten beschrieben wird:

Forgiveness—(emotional subordination)—is part of the traditional gender manners that African women are conditioned to acquire, and one which the patriarchy, including the church, constantly feels the need to merit. In its teachings of forgiveness, Christianity prioritizes a communal orientation that is; pro-marriage and pro (nuclear and traditional)—family values. The burden of maintaining this communal orientation is always imposed on the woman. 

Der Druck, versöhnlich sein zu müssen, prägt das Machtgefälle zwischen Frauen und Männern, nicht nur in afrikanischen Kontexten: 

Forgiveness is also taught as an obligation that women owe men. An obligation to protect men’s reputation, jobs and families. An obligation to protect the image of an institution that houses violent men. Obligations like these silence women and enable men to escape accountability.

In anderen nationalen und lokalen Kontexten mit Machgefällen beobachte ich ähnliche Dynamiken. Feministische Perspektiven helfen, mit mehr Aufmerksamkeit durch die Welt zu gehen: 

Das Zuschreiben von Attributen und das Sanktionieren, wenn Individuen oder Gruppen sich nicht dementsprechend verhalten, betrifft auch andere Communities. Erst neulich wieder hat mir jemand versucht zu erklären, warum People of Color eigentlich Deutschland lieben sollten. Als hätte ich genug Liebe übrig, um ein Staatsgebilde damit zu beglücken. Einige PoC, darunter viele Muslim*innen, nehmen diesen Auftrag durch die Mehrheitsgesellschaft gerne an. Sie kleiden sich dann in schwarz-rot-gold, posieren mit dem Grundgesetz, legen den Tag der offenen Moscheen auf den anstehenden 3. Oktober. Alles um eine (mir unangenehme) Performanz von Patriotismus auf die Bühne zu legen. Soll das Rassismus entgegenwirken? Sind es vielleicht nur Streber? Was wollen sie wem beweisen? Oder handelt es sich einfach um  echte Patriot*innen? Diese Fragen sind hier spannend, aber zweitrangig, mich interessiert an dieser Stelle erstmal die Erwartungshaltung, die von vielen Privilegierten in Deutschland an migrantische Menschen gestellt werden.   

Anderes Beispiel: Gemäß ähnlicher Mechanismen sollen Geflüchtete gefälligst dankbar sein, in Deutschland leben zu dürfen. Ich habe erst neulich mit einem Syrer gesprochen, der es als anstrengend bezeichnet hat, dass er immer und stets Danke sagen muss. Dabei können und sollen Geflüchtete auch grumpy, neutral oder schlicht undankbar sein dürfen. Diese Mechanismen belasten marginalisierte Menschen zusätzlich. Als hätten viele Geflüchtete nicht mit den eigenen Traumata genug zu tun, werden ihnen noch Hausaufgaben im Danke sagen mitgegeben. 

Das alles ging mir durch den Kopf als ich diesen Blog-Eintrag gelesen habe, den ich hier zum Gedankenanstoß und zur Selbstreflexion teilen möchte.

Im Dienst des Patriarchats und anderen Systemen der Dominanz

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