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Feminismen

Daniel Schreiber
Autor und Journalist
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piqer: Daniel Schreiber
Samstag, 12.11.2016

"Grab 'em by the pussy": Wir haben genug vom Wut-der-weißen-Arbeiterklasse-Narrativ gehört

Dieser Kommentar von Hadley Freeman spricht mir aus der Seele. "Grab 'em by the pussy" war der Satz, der Trump die Wahl hätte verlieren lassen sollen, stattdessen war es der Satz, der ihm die Wahl gewonnen hat. Trump hat gewonnen, weil er rassistische und sexistische Propaganda macht, nicht weil er die Arbeiterklasse versteht - eine Klasse, die unter seiner Politik am meisten leiden wird. An den Wählerzahlen lässt sich deutlich erkennen, dass Trumps Sieg nicht auf der Mobilisierung einer sozialen Schicht beruhte, sondern auf der Mobilisierung von Menschen mit weißer Hautfarbe, unter ihnen viele Reiche und viele Frauen. Die meisten Stimmen der Armen und der Arbeiter hat Clinton, nicht Trump gewonnen. Freeman erklärt deshalb, dass es völlig falsch wäre, dem Wut-Narrativ nachzugeben und somit den Rassismus, den Frauenhass und die Homophobie bestimmter Bevölkerungsgruppen zu legitimieren. Wir müssen die ökonomische Ungleichheit reduzieren und abgehängte Bevölkerungsgruppen mehr in die Gesellschaft integrieren, aber nicht, indem wir ihnen das Gefühl geben, dass ihr Rassismus, ihr Frauenhass und ihre Homophobie berechtigt sind. Das ist das, was wir in den vergangenen Monaten überall in Amerika und Europa gemacht haben - auch in Deutschland - und wir verraten dabei nicht nur ganze Bevölkerungsgruppen, die auf unseren Schutz angewiesen sind, wir treten auch unsere demokratischen Werte mit Füßen und unterstützen die Populisten, die wir eigentlich bekämpfen wollen. Denn die einzigen, die von einem Klima profitieren, in dem Rassismus, Frauenhass und Homophobie auf Verständnis stoßen, sind die Trumps, Putins, Farages, Le Pens, Wilders, Petrys, Storchs und Höckes dieser Welt.  

"Grab 'em by the pussy": Wir haben genug vom Wut-der-weißen-Arbeiterklasse-Narrativ gehört
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