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Feminismen

Deine Korrespondentin
piqer: Deine Korrespondentin
Mittwoch, 06.02.2019

Gegen die Konvention

Seit drei Jahrzehnten kämpft Anat Hoffman für Gleichberechtigung an der Klagemauer in Jerusalem. Sie gründete die feministische Organisation "Women of the Wall" (WoW), die "Frauen von der Mauer", die dafür kämpfen, dass Frauen an der Klagemauer auf die gleiche Weise beten dürfen wie Männer.

Israel-Korrespondentin Mareike Enghusen beschreibt, dass sie zahlreiche Gerichtsprozesse angestoßen habe, etwa gegen Diskriminierung arabischer Putzfrauen und gegen Geschlechtertrennung in Bussen in ultraorthodoxen Vierteln. Demnach vergleichen sie Bewunderer mit Rosa Parks, der legendären Kämpferin gegen Rassentrennung in den USA. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" kürte sie 2013 zur "Person des Jahres", die "Jerusalem Post" führte sie auf einer Liste der einflussreichsten jüdischen Personen auf Platz fünf.

Allerdings wird ihr Kampf im Ausland – in erster Linie in den USA – leidenschaftlicher verfolgt als daheim. Hoffman selbst gibt bereitwillig zu, dass die meisten Spender und Unterstützer der "Women of the Wall" außerhalb ihrer Heimat leben. Das Reformjudentum, in den USA die am weitesten verbreitete jüdische Strömung, spielt in Israel keine nennenswerte Rolle. Linksliberale Israelis, die ansonsten feministische Anliegen gern unterstützen, halten sich von Religion eher gänzlich fern, als sich für Frauenrechte im Ritual einzusetzen.

"Wir haben noch nicht erreicht, was wir wollten", gibt Hoffman zu. "Aber die Tatsache, dass diese Gruppe überhaupt existiert, mit Frauen aus allen Strömungen des Judentums, ist eine großartige Errungenschaft!" Und vor Kurzem konnten sie und ihre Mitstreiterinnen eine weitere Sympathisantengruppe gewinnen: Zu den letzten Gebeten der WoW-Frauen erschienen mehrere Männer, um als Zuschauer ihre Unterstützung auszudrücken. "Das ist etwas Neues," freut sich Hoffman, "und es ist großartig."

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