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Feminismen

Meike Leopold
Kommunikationsexpertin

Kommunikationsexpertin mit Wurzeln im Journalismus. Unternehmensbloggerin der ersten Stunde. Buchautorin und Speakerin. Seit 2016 selbstständige Beraterin für (digitale) Unternehmenskommunikation. Bloggt auf www.start-talking.de.

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piqer: Meike Leopold
Freitag, 22.09.2017

Flüchtlinge: Jüngste Vergewaltigungsfälle werden instrumentalisiert

Ich bin gerade ein wenig verliebt in den Ausdruck "elephant in the room". Da trifft es sich gut, wenn ich bei Spiegel Online einen Artikel finde, der einen solchen Elefanten definitiv ausgemacht hat. Nämlich die heikle Frage: Wie gehen wir in Deutschland mit der Tatsache um, dass Frauen von Flüchtlingen vergewaltigt werden? (es gab bekanntermaßen einige Fälle in der letzten Zeit). Die SPON Autorin packt das Thema beim Schopf und fragt:

Wie konnte es passieren, dass sexuelle Übergriffe durch Rechtspopulisten instrumentalisiert – und von demokratischen Parteien vernachlässigt wurden? Antworten darauf sind heikel, weil es selten Raum gibt, die Lage nüchtern zu betrachten.

Zunächst ist es ein Verdienst, das überhaupt zu beleuchten. Ich selbst war besonders über die Meldung aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn bei München schockiert. Weil ich unweit von der Gemeinde lebe, weil eine 16jährige von mehreren Männern vergewaltigt  wurde – aber auch weil ich als Mitglied eines Helferkreises wusste, dass solche Meldungen die Haltung gegenüber Flüchtlingen weiter verschlechtern.

Gelingt es dem Beitrag, dieses Dilemma aufzudröseln und für mehr Nüchternheit in der Diskussion zu sorgen? Auf jeden Fall werden die richtigen Pflöcke eingeschlagen, finde ich. Für meinen Geschmack könnte die Autorin aber noch klarer feststellen, dass bei der ganzen Debatte das Interesse und der Schutz der Frauen im Mittelpunkt stehen sollte. Sie sollten nicht zum Spielball der jeweiligen politischen Interessen von links oder rechts werden.

Flüchtlinge: Jüngste Vergewaltigungsfälle werden instrumentalisiert
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Kommentare 2
  1. Daniel Schreiber
    Daniel Schreiber · vor 3 Monaten

    Liebe Meike, ich finde diesen Text wahnsinnig problematisch. Die Autorinnen geben vor eine politisch "neutrale" Position finden und eine "neue Debatte" entfachen zu wollen, aber dahinter verbirgt sich meines Erachtens die gleiche Haltung wie sie die AfD vertritt, nur dass die Autorinnen nicht so unappetitlich klingen wollen. Die linken oder anderen demokratischen Parteien haben bezüglich der Vergewaltigungen durch Flüchtlinge kein Vakuum entstehen lassen - sie verweisen auf einen Rechtsstaat, der weitgehend funktioniert und der die gleichen Strafen für Flüchtlinge anwendet wie für "Biodeutsche". Dass die Gesetzeslage weiter verbessert werden muss, ist der eigentliche Punkt, wenn es um den Schutz vor sexueller Gewalt geht. Das ist die Situation. Stattdessen erleben wir bei jedem dieser in ihrer Gesamtheit eben doch seltenen sexuellen Übergriffe durch Flüchtlinge eine überdimensionale Aufmerksamkeit auf diese Verbrechen - wann wurde das letzte Mal über ein Vergewaltigungsdelikt berichtet, das von einem deutschen Mann begangen wurde? Was wir hier erleben, ist nichts anderes als das Entfachen einer atavistischen, rassistischen Angst, für die Frauen herhalten müssen...

    1. Meike Leopold
      Meike Leopold · vor 3 Monaten

      Lieber Daniel, danke für dein Feedback. Ich lasse das einfach mal so stehen.