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Feminismen

Barbara Streidl
Journalistin, Musikerin
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piqer: Barbara Streidl
Montag, 17.07.2017

Die Mathegenie: Nachruf auf Nachruf auf Maryam Mirzakhani

Dass Mädchen schlecht in Mathe, ja, überhaupt schlecht in naturwissenschaftlichen Disziplinen sind, ist ein fieses Vorurteil, das sich leider bis heute hält. Das hat - in Schulen - auch häufig damit zu tun, dass es keine positiven Vorbilder gibt. Wer etwa die Wikipedia-Liste „bedeutender Mathematiker" durchsieht, findet da wenige Frauen.

Dabei gibt es sie, die bedeutenden Mathematikerinnen. Neben Emmy Noether, nach der in München sogar eine Straße benannt ist, ist da auch die mit 40 Jahren eben verstorbene Maryam Mirzakhani aus Teheran, seit 2008 Professorin in Stanford. Sie war eine (!) Mathegenie, Trägerin der Fields-Medaille, das ist so was wie der Nobelpreis für Mathematik.

Zur Mathematik habe sie gefunden, als ihr älterer Bruder ihr von dem Trick des Carl Friedrich Gauss über die rasche Addition der Zahlen von 1 bis 100 berichtet habe (50 Zahlenpärchen, deren Summe immer 101 ergibt, führen schnell zum Ergebnis 5.050).

Und dann hat sie nicht mehr abgelassen von der Mathematik:

Sie habe, erinnern sich ForscherkollegInnen, gerade an den kompliziertesten mathematischen Problemen am meisten Freude gehabt, sei geradezu wagemutig an die größten Schwierigkeiten herangegangen. Schon in ihrer Dissertation 2004 löste sie zwei langjährige mathematische Fragestellungen und fand internationale Beachtung.

Wie schade, dass Maryam Mirzakhani als Tote erst wieder in unseren Medien erwähnt wird: 1977 geboren, ist sie gerade an Brustkrebs gestorben. Und die Wikipedia-Liste, die müssen wir aktualisieren.

Die Mathegenie: Nachruf auf Nachruf auf Maryam Mirzakhani
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Kommentare 3
  1. Fabian Köhler
    Fabian Köhler · vor 4 Monaten

    Ein ganz guter Text über Mirzakhanis mathematische Leistung: www.zeit.de/wissen/20...

    1. Barbara Streidl
      Barbara Streidl · vor 4 Monaten

      Merci! Und das mit dem Kopftuch - uah...

  2. Fabian Köhler
    Fabian Köhler · vor 4 Monaten

    Gut dass der Autor gleich im zweiten Absatz die wirklich wichtige Frage klärt: Wann und wo hat sie welche Frisur und Kopftuch getragen?