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Feminismen

Tobias Schwarz
Tobias Schwarz
Samstag, 13.01.2018
Community piq

Svenja Flaßpöhler über die Widersprüchlichkeiten der #metoo-Debatte

Die Philosophin und Journalistin Svenja Flaßpöhler erklärt in 3Sat Kulturzeit einer verwirrten Moderatorin, dass die #metoo Debatte alte Rollenbilder verstärke statt sie aufzulösen, dass sie weibliche Handlungsfähigkeit ablehne statt einzufordern, und weibliches Begehren als ausschließlich reaktiv beschreibe. Damit umreißt sie sehr präzise die Grundwidersprüche des sog. Netzfeminismus. Sehenswert. (Video)

Svenja Flaßpöhler über die Widersprüchlichkeiten der #metoo-Debatte
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Kommentare 6
  1. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor 6 Monaten

    anyway - danke für das interessante Video - wir packen es in unseren piqd video newsletter am Freitag.

  2. Marcus von Jordan
    Marcus von Jordan · vor 6 Monaten

    die Kritik ist, glaube ich, die selbe, wie an dem "französischen Brief" selber: auch Frau Flaßpöhler argumentiert aus einer sehr privilegierten Position. Sie ist erwachsen, hat einen starken Auftritt, ist offensichtlich intellektuell und rhetorisch gefestigt, unabhängig und selbstbewusst. Warum ausblenden, dass das für viele Frauen ganz oder teilweise nicht gilt? Warum ausblenden, dass bei #metoo eben gerade viele Frauen gesprochen haben, die sich warum auch immer haben vorher nicht getraut haben zu sprechen? Mir will nicht recht in den Kopf, warum interessante Kritik- und Debattenaspekte, wie die Rolle von Frauen oder das Verlassen der Opferrolle, nur in Abgrenzung gegen #metoo geäußert werden können. Wo es denunziatorisch ist, kann man dagegen vorgehen. Wo es hysterisch wird, kann man dagegen argumentieren. Aber die Ablehnung der Vorgänge rund um #metoo, also eben einfach das Aufzeigen von Dimensionen des Problems, erklärt das alles nicht.

    1. Tobias Schwarz
      Tobias Schwarz · vor 6 Monaten

      "Wo es denunziatorisch ist, kann man dagegen vorgehen. Wo es hysterisch wird, kann man dagegen argumentieren."

      Ist das so? Wenn dem so ist, dann ist ja alles gut. Ich habe allerdings - auch auf Basis der Reaktion gegenüber dem "französischen Brief" - nicht den Eindruck, daß dem so ist. Im Moment scheint es in der öffentlichen Debatte deutlich einfacher zu sein, "mächtige Männer" zu fällen als auch nur zarte Kritik an den Mechanismen und Vermischungen zu üben, auf denen diese Machtfülle beruht. Erst die Diskussion um den schlechten Sex? mit Aziz Ansari - mobile.nytimes.com/2018/01/1... - scheint hier etwas Differenzierung hervorgebracht zu haben.

      "Aber die Ablehnung der Vorgänge rund um #metoo, also eben einfach das Aufzeigen von Dimensionen des Problems, erklärt das alles nicht."

      "des Problems"? - auch hier, wenn *das Problem* so klar definierbar wäre, dann hätte sich wahrscheinlich nicht eine Diskussion mit so problematischen Unschärfen ergeben, wie sie zur Zeit läuft.

    2. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 6 Monaten

      @Tobias Schwarz es ist sicher nicht alles gut und klar gibts nicht "das Problem". Ich glaube aber, dass es grundsätzlich kein neues Phänomen ist, dass solche Debatten oder Dynamiken teilweise übers Ziel hinausschiessen und eingefangen werden müssen und auch werden. Bloß heißt das heute dann nicht mehr "Antwort" oder "Reaktion" oder "Debatte", sondern "backslash" und ist auf jeden Fall sehr schlimm. Was ich sagen will - klar sind die Unschärfen problematisch, aber viel problematischer ist der mittlerweile obligate Zwang einer eindeutigen, polaren Positionierung. Und die, #metoo ist ein super Beispiel, ermöglicht dann immer nur ein "Ja" oder ein "Nein", die totale Ablehnung oder die totale Zustimmung und das ist halt im Bezug auf fast alle denkbaren Debatten unterkomplex.

    3. Tobias Schwarz
      Tobias Schwarz · vor 6 Monaten

      @Marcus von Jordan Hallo, erst jetzt gesehen. Ja, das stimmt zweifellos, die Diskussion ist unterkomplex. Aber das ist eine Folge der irrationalen Forderung nach absoluter moralischer Reinheit und der kategorischen Verurteilung von Komplexität als Ausdruck eines moralischen Relativismus (innerhalb des Intersektionalismus), die auch unterkomplex ist, und aus meiner Sicht eindeutig aus einer Richtung kommt. Aus der nämlich, die gerade diese Debatte dominiert. Und das nicht nur wegen der vielen schlimmen persönlichen Erfahrungen, die jetzt auf den Tisch kommen. Sondern auch weil sie die auf bestehenden Rollenstereotypen beruhenden Intutionen politsch instrumentalisiert. Das ist funktional, aber den eigenen Idealen komplett widersprechend, insofern furchtbar opportunistisch. Wer, wie Frau Flaßpöhler, diese Widersprüche aufdeckt, begehrt tatsächlich gegen bestehende Rollenzuschreibungen auf, womit sie sich natürlich gegen *alle* Fronten stellt, die diese benötigen, darunter insbesondere auch den sog. Netzfeminismus. Konnte man bei Illner am vergangenen Donnerstag gut beobachten...

      www.faz.net/aktuell/f...

    4. Marcus von Jordan
      Marcus von Jordan · vor 5 Monaten

      @Tobias Schwarz Nun ich bleibe trotzdem lieber in der Mitte stehen und höre zu. Frau Flaßpöhler war ja hier und und in der "Kulturzeit" laut und deutlich zu hören und Herr Lübberding schreibt was er schreibt in einer der größten deutschen Zeitungen. Du zitierst auch selber die Ansari Geschichte und die Reaktionen. Ich sehe viel destruktive, impulshafte Aktion und Reaktion auf beiden Seiten - eine davon ist immer zu behaupten, dass die jeweils anderen die Debatte dominieren würden. Das "Fällen mächtiger Männer" ist ja jetzt noch nicht gerade zur Trendsportart geworden.
      Und ja - die Schwierigkeit oder die Widerstände, die entstehen wenn "man" über Rollen (nicht Schuld) und Strukturen reden will, nerven mich auch.