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Feminismen

Transgender

Transfrauen und Transmänner werden diskrimminiert und bedroht. Die Sichtbarkeit wurde zwar durch prominente Transgender erhöht, an den Problemen, mit der diese Gruppe zu kämpfen hat, änderte sich leider nicht viel. Hier wollen wir informieren und sensibilisieren.

Weitere Informationen zum Thema Transgender

Der Begriff lässt sich bei einer wörtlichen Übersetzung auch "jenseitig des sozialen Geschlechts" bezeichnen. Es handelt sich dabei um Menschen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes in ihrer Haut nicht wohlfühlen. Transgender stehen unter einem ständigen Leidensdruck, weil sie zwar männlich oder weiblich geboren wurden, sich aber nicht so fühlen. Sie sehen ihr Geschlecht als falsch an. Transmänner fühlen sich nur dann wohl, wenn sie Frauenkleider tragen und sich so bewegen, wie eine Frau. Das gilt auch für Transfrauen. Schon weit vor der Pubertät kommt es zu einem starken und lang anhaltenden Unbehagen über das eigene Geschlecht. Das hat nichts mit den üblichen Verkleidungsspielen von Kindern zu tun.

In den 1970er Jahren wurde der Begriff Transgender erstmals in den USA geprägt. In Europa bekamen die Betroffenen erst Mitte der 1990 Jahre die notwendige Aufmerksamkeit. Häufig werden sie von der Gesellschaft ausgeschlossen und in einigen Ländern sogar strafrechtlich verfolgt. Auch aktuell gibt es immer noch Transgender, die ihre Neigungen so gut es geht verheimlichen. Sie wollen nicht auffallen, leiden allerdings sehr unter dieser Situation. Es fühlt sich für sie falsch an, so leben zu müssen und ständiges Unwohlsein ist die Folge. Häufig flüchten sie sich in Abhängigkeiten, wie etwa Alkohol oder Drogen. Auch psychische Erkrankungen können sich im Laufe der Zeit entwickeln.

Deutschland führte im Jahr 1980 das sogenannte Transsexuellengesetz ein. Es stärkte Transgender in ihren Rechten auch im Bezug auf die medizinische Notwendigkeit eines Geschlechterwechsels. Liegen also die Diagnosen vor, welche bestätigen, dass die chirurgische und medikamentöse Behandlung erforderlich ist, zahlt eine Krankenkasse den Eingriff. Der Gang zum Gutachter und der daraus folgenden Einschätzung ist ebenfalls wichtig, wenn Transgender ihren Vornamen ändern möchten. Dazu müssen sie zunächst nachweisen, dass die Indikation für eine genitalangleichende Operation gegeben ist. Erst nach diesem Eingriff können Transgender den Antrag auf Namensänderung stellen. Gleichzeitig muss die Änderung des Personenstandes erfolgen. Menschen, die als Mann im Personalausweis oder Reisepass eingetragen sind, und wie eine Frau gekleidet sind, bekommen Probleme bei der Einreise. Besonders bei Reisen in die USA müssen Transgender sich vorab genau erkundigen, welche Einreisebedingungen sie zu erfüllen haben.

Entgegen der weitverbreiteten Annahme sind Transgender keineswegs automatisch auch homosexuell. Das Verhältnis von Hetero- und Homosexuellen ist hier genau so weit gestreut, wie bei anderen Menschen auch. Mittlerweile gibt es Selbsthilfegruppen, die einen Austausch der Betroffenen ermöglichen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch für Familienangehörige werden individuelle Treffen organisiert. Das ist wichtig, da viele Menschen sich mit der Situation überfordert fühlen.

Viele Transgender kritisieren, dass sie von den meisten Ärzten als psychisch krank angesehen werden. Nach dem geltenden Diagnoseschlüssel liegt bei ihnen die Bezeichnung F64.0 (Transsexualismus) vor. Der Begriff stammt aus dem Bereich der Psychoanalyse. Er trifft keineswegs die Tatsachen, zumal er auch als Geschlechtsidentitätsstörung in den Unterlagen der Ärzte auftaucht. Es gibt Kritiker, die in dieser Bezeichnung den Grund für Transphobie, Diskriminierung bis zur Verfolgung der Transgender sehen. Es ist also an der Zeit, dass der Diagnoseschlüssel so geändert wird, dass er auch den Tatsachen entspricht.