Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

Feminismen

Sexuelle Gewalt

Vergewaltigung, Missbrauch und sexuelle Übergriffe sind krasse Formen von sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Aber sexuelle und sexualisierte Gewalt beginnt schon viel früher, nämlich immer dann, wenn meist ein Mann seinen Willen über den einer Frau erhebt, sie benutzt und seine Macht ausspielt. Dies passiert verbal, mit Gesten, mit subtilem Druck oder mit handfester Gewalt. Sexuelle Gewalt wird auch strategisch eingesetzt, z.B. wenn Frauen massenweise und systematisch vergewaltigt und sexuell gedemütigt werden, um den Kriegsgegner zu zermürben. In diesem Kanal wird das Thema von vielen Seiten beleuchtet, mit dem Ziel, Männer und Frauen für Sexismus in all seinen Facetten zu sensibilisieren, um ihn endlich mal auszumerzen.

Weitere Informationen zum Thema Sexuelle Gewalt

"Sexuelle Gewalt" ist der Überbegriff für ein Sexualdelikt, das von der sexuellen Nötigung über den sexuellen Missbrauch bis hin zur Vergewaltigung reichen kann. Studien haben ergeben, dass 74,2 Prozent der Frauen und 27,2 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens schon einmal sexuell belästigt wurden. Als bedrohlich wurde dies von 29,7 Prozent der Frauen beziehungsweise 5,6 Prozent der Männer wahrgenommen. Frauen und Männer berichten von dem Erlebnis, dass jemand ihnen "zu nahe gekommen" sei und dies "als aufdringlich" empfunden wurde. Nicht selten werden Frauen und Männer auch auf eine Art und Weise angesprochen, die als sexuell belästigend empfunden wird. Die sexuelle Belästigung ist die Form sexueller Gewalt, die am häufigsten an öffentlichen Orten erfahren wird.

Die sexuelle Nötigung ist ein (strafrechtlicher) Sammelbegriff für sexuelle Handlungen, die dem Willen des Opfers zuwiderlaufen. Es handelt sich um eine Straftat, die sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung einer Person richtet. Wegen der Mindeststrafandrohung von einer einjährigen Freiheitsstrafe handelt es sich um ein Verbrechen. Obwohl vor allem Frauen ins Visier von Tätern geraten, kann sexuelle Nötigung sowohl Frauen als auch Männern widerfahren. Sie ist dadurch charakterisiert, dass eine Person eine andere Person mit Gewalt oder durch Androhung von Gewalt nötigt, sexuelle Handlungen zu vollziehen. Nicht selten geschieht dies durch Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Die Gewalt des Täters gegen das Opfer kann beugend ("vis compulsiva") oder aber überwältigend ("vis absoluta") erfolgen - so beispielsweise durch Fesseln, Betäuben, Einschließen oder Niederschlagen. Alter und Geschlecht des Opfers spielen keine Rolle.

Sexueller Missbrauch liegt dann vor, wenn sexuelle Handlungen an Menschen, die minderjährig oder widerstandsunfähig sind - so beispielsweise Kranke, Gefangene, Behinderte oder Hilfsbedürftige) -, vollzogen werden. In Deutschland ist sexueller Missbrauch als Vergehen oder Verbrechen strafbar. Ein Verbrechen liegt vor allem dann vor, wenn es sich um den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern oder den sexuellen Missbrauch von Kindern mit Todesfolge handelt. Der Begriff "Missbrauch" umfasst zwei unterschiedliche Bedeutungen: Einerseits das Lateinische "disperditio" für "Verderbnis" oder "Zugrunderichtung", andererseits das Lateinische "abusus" für "Verbrauch" oder "Ausnutzung". Psychologisch wird Missbrauch als Handlung verstanden, die das Opfer verletzt oder schädigt. Im Bereich des Strafrechts verhält sich dies etwas anders. Die Missbrauchsformen umfassen die Vergewaltigung, den Exhibitionismus, die Kinderpornografie, die sexuelle Nötigung, die rituelle Gewalt, den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen sowie den sexuellen Missbrauch von Kindern im Schutzalter.

Weil Erfahrungen wie die sexuelle Gewalt die Opfer seelisch und körperlich verletzen, sind und bleiben Aufklärung und Vorbeugung (Prävention) unumgänglich. Langanhaltende psychische Störungen reichen von der Posttraumatischen Belastungsstörung üder die Borderline-Persönlichkeitsstörung bis hin zur Dissoziativen Identitätsstörung. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind die Auswirkungen, die der Missbrauch auf das Sozialumfeld des Opfers haben kann. Die Beeinträchtigung des Liebeslebens oder Probleme im Arbeitsleben - nicht selten Folge von Konzentrationsstörungen infolge eines posttraumatischen Belastungssyndroms - erfordert die einfühlsame, nicht selten langwierige Therapie durch einen Psychiater und/oder Psychotherapeuten. Vorbeugung kann nur bei den Opfern sowie Tätern ansetzen. Eine behutsame, doch umfassende Sexualerziehung funktioniert aufklärerisch und kann so helfen. Nur so kann nach und nach der Mangel an Informationen über sexuelle Gewalt behoben werden. Außerdem kann eine Atmosphäre der Offenheit dabei helfen, das Machtungleichgewicht zwischen Opfer und Täter zu verschieben.