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Feminismen

Sexismus

Warum beurteilt man Frauen viel stärker danach, ob sie attraktiv, sexy und schlank sind? Und viel weniger nach ihrem Charakter, ihren Kompetenzen und Leistungen? Warum werden Frauen schnell mal als Schlampe oder Fotze beschimpft? Diese Schimpfworte haben kein männliches Äquivalent. Warum dürfen 16-jährige Mädchen in Porno-Posen für Badeanzüge werben? Ganz einfach, weil Sexismus so allgegenwärtig ist, dass wir ihn oft gar nicht wahrnehmen. In diesem Kanal findet ihr Beispiele für diese alltägliche Abwertung von Frauen und Weiblichkeit. Sexismus ist Gewalt.

Weitere Informationen zum Thema Sexismus

Sexismus beschreibt die Ablehnung eines bestimmten Geschlechts und das daraus resultierende Verhalten. Benachteiligung, Diskriminierung oder auch "nur" unangemessene Bemerkungen in die Richtung sind sexistisch. Der Sexismus eines Menschen kann sich in jeder Sparte der Gesellschaft äußern und ist besonders gefährlich, wenn eine andere Person darunter zu leiden hat - und das hat sie fast immer.

Wo kommt Sexismus vor?

Jedes Geschlecht hat ein Anrecht darauf, respektiert und anerkannt zu werden. Sexistische Einstellungen beginnen oft schon dort, wo Geschlechter nicht als solche akzeptiert werden. Die Transgender-Szene sieht sich mit solchen Szenarien immer wieder konfrontiert, wenn ein Angehöriger gefragt wird, ob er/sie/es denn nun Mann oder Frau ist. Doch auch Männer und Frauen als biologische Grundlage der Geschlechter sind gegeneinander sexistisch. Sexismus kann sogar innerhalb des eigenen Geschlechts vorkommen - oder dort, wo man ihn am wenigsten erwarten würde. Wie sexistisch schwule Männer tatsächlich über Frauen denken, wurde erst in jüngster Zeit beleuchtet. Genauso können Frauen andere Frauen emotional ablehnen und dadurch beginnen, sexistisch gegen sie zu handeln.

Warum gibt es Sexismus überhaupt?

Wie schön wäre eine Gesellschaft, in der jeder in seiner geschlechtlichen Selbstidentifikation einfach akzeptiert würde, sei das nun männlich, weiblich oder etwas vollkommen anderes. Allerdings sind Menschen Gewohnheitstiere und fühlen sich durch Neues oftmals bedroht - je älter sie werden, desto eher hängen sie an Gewohntem fest. Daher sind gerade junge Menschen noch sehr offen für die Erkennung sexistischer Haltungen. Sexismus entsteht aber auch aus schlechten Erfahrungen mit einem Geschlecht, was häufig im Kampf der Männer gegen die Frauen (und anders herum) zu erkennen ist. Vorurteile, sexistische "Witze", unangemessene Bemerkungen... allzu gerne bedient man sich dabei sexistischer Klischees, weil man sie selbst so erlebt hat und dem Trugschluss erliegt, dass das ganze Geschlecht deswegen so sein muss.

Ist Sexismus gefährlich?

Sexismus ist schon ab seiner Entstehung gefährlich. Jede sexistische Bemerkung kann den gemeinten Menschen verletzen - das ist schlimm genug. Schlimmer wird es, wenn in Macht- und Führungspositionen Sexismus herrscht, denn dann wird gerne schon nur aufgrund des Geschlechts entschieden und das kann weitreichende Auswirkungen haben. Bei diesem Bewusstsein sind die meisten Menschen bereits angelangt, auch wenn dadurch das Problem des Sexismus noch lange nicht gelöst ist. Stattdessen wird sogar versucht, den Sexismus für sich zu nutzen und damit für sich zu argumentieren. Eine ungerechte Entscheidung, ein nicht ganz kluger Kommentar, schon wird dahinter eine sexistische Einstellung vermutet - und damit die Gesellschaft abgestumpft, die den Vorwurf schon gar nicht mehr ernst nimmt.

Was können wir gegen Sexismus tun?

Auch der Sexismus ist eine Form von Gewalt und gegen sie muss vorgegangen werden. Offiziell will die Gesellschaft keine sexistische Einstellung gutheißen und das bietet die Chance, immer und immer wieder auf sie hinzuweisen - nach gründlicher Überlegung. Wer eine sexistische Einstellung beim Chef, dem Kumpel des besten Freundes, der Schwiegermutter oder dem Kunden vermutet, darf und muss darauf hinweisen und begründen, warum eine Beobachtung auf Sexismus hindeutet. Wer argumentieren kann, wird auch ernst genommen.