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Feminismen

Feminismus

Wozu brauchen wir heute noch Feminismus? Wir sind doch eh schon gleichberechtigt, oder? Und das Klischeebild der achselbehaarten Kampf-Emanze haben wir alle noch im Kopf und distanzieren uns davon. In diesem Kanal wird das Thema aber aus vielen Perspektiven beleuchtet und facettenreich recherchiert, dass an der Feminismus-Front noch jede Menge zu tun ist.

Weitere Informationen zum Thema Feminismus

Feminismus ist ein Begriff, der sich vom Lateinischen "femina" ("Frau") ableitet. Feminismus bezeichnet sowohl eine politische als auch eine akademische Bewegung, die für die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung der Frau eintritt. Die Feminismusbewegung zielt auf einen grundlegenden sozialen und gesellschaftlichen Wandel bezüglich der Ordnung der Geschlechterverhältnisse. Ihren Aufschwung erlebte die Bewegung in Europa, und zwar im Zusammenhang mit den Emanzipationsbestrebungen der Frauen im Zuge der Aufklärung. Ihr Ideal ist die Gleichheit aller Menschen. Die Forderung des Feminismus lautet, einerseits die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu erreichen, andererseits die Zustände anzufechten, in denen diese Gleichberechtigung noch nicht eingelöst worden ist. Feministinnen und Feministen setzen sich mit Theorien und Denkansätzen auseinander, um auf diese Art und Weise kritische Kultur- und Gesellschaftsanalysen zu entwickeln.

Die Begründung des Begriffs "Feminismus" wird nicht selten dem Sozialphilosophen Charles Fourier (1772-1837) zugeschrieben, der den Befreiungsgrad der Frau als Maßstab für die Entwicklung einer Gesellschaft definierte. Allerdings wurde inzwischen mehrfach darauf hingewiesen, dass Fourier den Begriff nicht geprägt haben kann, weil vor 1870 keine Spuren des Begriffs vorhanden waren. Die Begriffe "féminisme" und "féministe" traten erstmals als Synonyme für Frauenemanzipation und Bewegungen für die Rechte der Frauen zutage. 1882 war die Französin Hubertine Auclert die erste Frauenrechtlerin, die ihn für sich verwendete. Seitdem hat sich der Begriff sowie die Bewegung, die er beschreibt, überall verbreitet. In Deutschland war zunächst der Begriff "Frauenemanzipation" weitaus geläufiger als der Begriff "Feminismus". Dies änderte sich erst mit der Zweiten Frauenbewegung seit den 1970er Jahren.

Der Feminismus tritt für eine Gesellschaft ein, in der die Unterdrückung von Frauen beseitigt und die Geschlechterverhältnisse durch Rechtsgleichheit geprägt sind. Der Feminismus bezieht daher nicht nur Frauen, sondern auch Männer in seine Überlegungen mit ein. Bis heute gibt es keine einheitliche, feministische Theorie; vielmehr haben sich Strömungen und Ausprägungen entwickelt, die einander ergänzen, aber auch widersprechen können. Erfolge der Feminismusbewegung sind vor allem in den Bereichen politische und rechtliche Gleichstellung erkennbar, so beispielsweise in der Einführung des Frauenwahlrechts. Gemeinsams mit anderen Gleichstellungsbewegungen, so beispielsweise den Unabhängigkeitsbestrebungen in den Kolonialgebieten, setzte sich der Feminismus mit der philosophischen Frage nach den Unterschieden zwischen Frauen mit unterschiedlicher Hautfarbe oder mit westlicher oder nichtwestlicher Herkunft auseinander.

Heutzutage werden unter dem Begriff "Feminismus" zahlreiche, mitunter auch gegenläufige Strömungen zusammengefasst. Die Debatten des Feminismus, die anfangs noch zentral waren, haben sich mittlerweile gewandelt und verschoben. Zu wichtigen, nach wie vor vieldiskutierten Themen gehören die Gleichberechtigung (Bildung, Wahlrecht, Ehe- und Scheidungsrecht, ...), die Gleichstellung (Frauenquoten, Lohndiskriminierung, Beruf vs. Familie, ...), Sexismus, Frauenbiografieforschung, Gewalt gegen Frauen, Feministische Sprachkritik, Sexuelle Selbstbestimmung, Reproduktive Selbstbestimmung, Feministische Wissenschaftskritik sowie Frauen- und Geschlechterforschung (Gender Studies). In Europa und den USA hat der Feminismus zu einer radikalen Verbesserung der Gleichstellung von Frauen gegenüber Männern beigetragen. Ob Frauenwahlrecht oder der Aufbruch starrer Familienstrukturen: Der Feminismus konnte bereits einen großen Teil seiner Ziele und Bemühungen realisieren. Seit 1975 veranstalten die Vereinten Nationen Weltfrauenkonferenzen, so dass das Thema "Women's Human Rights" weltweit gehört wird. Nicht zuletzt bemühen sich auch Stars wie die Schauspielerin Emma Watson darum, die Lebensqualität von Frauen (und Männern!) weiter zu verbessern. Leider neigen heutzutage gerade junge Frauen dazu, den Feminismus als obsolet, überholt und langweilig anzusehen. Fakt ist jedoch, dass noch immer viel zu tun ist. Moderne Feministinnen richten sich vor allem gegen das stereotype und kommerzialisierte Bild des Frauenkörpers in Medien und Gesellschaft.