Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

Feminismen

Familienpolitik

Familienpolitik als langweiliges "Gedöns"? Was kann Politik da schon regeln, wenn Frauen sich doch ohnehin und schon immer um Kinder, Haushalt und die Alten kümmern. Oder hat Familienpolitik nicht doch dieabsolut wichtige Aufgabe, die Gleichstellung beider Geschlechter zum Wohle beider Geschlechter voran zu bringen?

Weitere Informationen zum Thema Familienpolitik

Fragt man Politiker, was denn im 21. Jahrhundert das Ziel der Familienpolitik sein soll, so erhält man je nach Parteibuch als Antwort, was auf den Parteitagen zu dem Thema beschlossen wurde. Und das sind höchst unterschiedliche Antworten. Ähnlich verhält es sich bei den verschiedenen Lobbygruppen, die eine ihrem Klientel ensprechende Antwort zu der Frage präsentieren.

Beides, Parteitagsbeschlüsse und Lobby-Interessen, sind legitim, können aber nur bedingt die Richtung der Familienpolitik bestimmen. Denn die Richtung bestimmen die Familien selbst bzw. die unterschiedlichen Lebensmodelle einer Gesellschaft. Waren es in den 1950er Jahren noch die typischen Einverdienerhaushalte, in denen der Vater das Geld verdiente und die Mutter die Kinder erzog, so sind heute nahezu beide Elternteile berufstätig und die Kinder werden nicht selten von morgens früh bis in den späten Nachmittag in KiTa und Ganztagsschule betreut. Dass Familie heute eine ganz andere Defitinition ist, sollte auch angesichs der nichtehelichen Lebensgemeinschaften nicht unerwähnt bleiben. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass längst nicht mehr in jeder Beziehung überhaupt Kinder geboren werden, was ein fatales Signal auch für die Zukunft einer Gesellschaft generell ist. Hier sei nur nebenbei die Folgen für das Rentensystem genannt, das durch immer weniger Beitragszahler in aktue Schieflage zu geraten droht.

Familienpolitik ist also ein breites Feld, was es zu bedienen gilt. Und weil nahezu alle Lebenssituationen auch immer etwas mit Familie zu tun haben, ist das Amt des Ministers/der Ministerin für Familie heute eines der wichtigsten Ministerien, die eine Regierung - neben dem Arbeits- und Finanzministerium - zu besetzen hat.

So sind die Themen und Aufgaben für das Ministerium heute so vielfältig wie nie. Deswegen ergeben sich auch Schnittmengen mit anderen Ministerien. Wer in der Familienpolitik die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Ziel ausgibt, tangiert damit auch automatisch den Bereich des Arbeitsministeriums. Ähnlich verhält es sich bei der finanziellen Ausgestaltung des Elterngeldes, wo das Finanzministerium mit dem Familienministerium eine Lösung erarbeiten muss, damit es einem Elternteil nach der Geburt des Kindes möglich ist, eine Zeitlang unter Zahlung einer staatlichen Zulage die Betreuung des Kindes zu begleiten.

Wenn man einen Ausblick in die Zukunft wagt, werden weitere "Bausteine" sichtbar, die die Familienpolitik in den nächsten Jahren zu regeln hat. Ist es beispielsweise möglich, dass gleichgeschlechtliche Paare, die in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, Kinder adoptieren dürfen? Auch ist die Frage, ob eingetragene Lebenspartnerschaften generell gleichgestellt werden mit der Ehe zwischen Mann und Frau mit allen Rechten und Pflichten. Eine Frage, die bereits heute immer mal wieder aufkeimt, wo die gesellschaftliche Diskussion jedoch erst angeschoben werden muss, weil konservative Kreise und auch die Kirchen ihre schützende Hand (noch) über die Ehe halten.

Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage, wie sich die Probleme rund um das Thema Rente auf die Familienpolitik auswirkt. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsministerium notwendig, um den Rentnern von morgen, die heute nicht einen einzigen Gedanken an ihr Auskommen im Alter verschwenden, einen ähnlich sorglosen dritten Lebensabschnitt zu garantieren wie es den Rentnern heute bereits überwiegend möglich ist.