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Feminismen

Abtreibung

Das Recht auf eine sichere Abtreibung bei einer ungewollten Schwangerschaft gilt heute als selbstverständlich. Genau dieses Recht auf Selbstbestimmung wird Frauen derzeit wieder vermehrt abgesprochen, sei es durch konservative Kräfte oder durch Pränataldiagnostik.

Weitere Informationen zum Thema Abtreibung

Kaum ein Thema der modernen Medizin wird so kontrovers diskutiert wie die Möglichkeit des Schwangerschaftsabbruchs. Eine Abtreibung ist in manchen Ländern erlaubt, in anderen zumindest straffrei möglich und in manchen ist sie immer noch illegal und wird bestraft. Dass Letzteres lediglich zu illegalen und lebensbedrohlichen Abtreibungsversuchen führt, wissen wir mittlerweile - doch wie lässt sich eine Abtreibung in Deutschland vornehmen und was bedeutet sie für die Frau persönlich und gesellschaftlich?

Abtreibungen in Deutschland

Die Abtreibung ist in Deutschland streng genommen nicht erlaubt. Allerdings bleibt sie straffrei für den behandelnden Arzt und die Patientin, wenn sie nach Beratung der Frau und vor der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Sonderfälle können sich ergeben, wenn durch die Schwangerschaft das Leben der Mutter in ernster Gefahr wäre oder sie vergewaltigt wurde. Das heißt, sie ist faktisch möglich, wenn sich die Schwangere zuvor eine unabhängige Beratung dazu konsultiert. Dies können Schwangerenberatungsstellen sein, aber auch eine Familienberatung oder ein kirchlicher Träger. Alleine, dass Abtreibungen lediglich straffrei, jedoch nicht legal sind, sagt bereits viel über die gesellschaftliche Meinung zu diesem Recht der Frau aus.

Wie werden Abtreibungen vorgenommen?

Hat die Frau ihren Beratungsschein bekommen, kann sie sich an den Gynäkologen ihrer Wahl wenden und die Abtreibung vornehmen lassen. Diese zahlt sie selbst, die Krankenkasse kommt dafür nicht auf. Innerhalb der ersten vier Wochen ist eine Abtreibung mit einer Tablette möglich, die eine starke Blutung auslösen wird. Die Eizelle wird dadurch abgestoßen. Später sollte die Tablette nicht mehr verabreicht werden, denn das Risiko starker Blutungen nimmt zu und die Methode hat nur in der frühen Schwangerschaft Erfolg. Meistens wird deswegen eine Ausschabung der Gebärmutter unter Teil- oder Vollnarkose vorgenommen. Die Teilnarkose genügt zur Schmerzausschaltung und hat den Vorteil, dass die Frau danach nach Hause gehen kann, wenn sie stabil ist. Sehr ängstliche oder emotional durch die Abtreibung belastete Frauen wählen allerdings gerne die Vollnarkose, da sie dann nichts vom Prozedere mitbekommen.

Gesellschaftliche Bedeutung der Abtreibung

Schon immer haben Frauen ungewollte Schwangerschaften abgetrieben. Eine Schwangerschaft dauert volle 9 Monate und die Aufzucht eines Kindes noch wesentlich länger. Nicht jede Frau will (wieder) Mutter werden und die Abtreibung ist die entscheidende Möglichkeit für die Frau, selbst darüber zu bestimmen, was mit ihrem Körper passiert. Schwierig ist das natürlich, wenn der werdende Vater das Kind will, die Mutter aber nicht. Dennoch entscheidet letztlich auch in diesen Fällen die Mutter, denn eine Abtreibung verbieten kann er ihr nicht - in dieser Zeit geht es noch zu sehr um den Körper der Frau. Allerdings werden Frauen, die ihr Recht auf Selbstbestimmung durch eine Abtreibung geltend machen, auch gesellschaftlich nicht überall freundlich aufgenommen. Auch hier gibt es eine Pro Life-Einstellung, die zwar nicht so ausgeprägt wie in anderen Ländern wie den USA, aber doch sehr vorhanden ist. Selbst Frauen untereinander gehen weder sanft noch verständnisvoll mit dem Thema der Abtreibung um, sodass diejenigen Frauen, die sich für diese entschieden haben, selten offen darüber reden. Dabei wäre die Möglichkeit dazu wichtig, denn auch wenn eine Frau eine Abtreibung will - leicht fällt ihr das selten. Einige sind froh darum, kein ungewolltes Kind aufziehen zu müssen, andere wiederum fragen sich noch lange danach, wie es wohl geworden wäre, auch wenn sie die Entscheidung an sich nicht bereuen. Sie befinden sich im Zwiespalt, mit dem sie aber besser umgehen könnten, würden sie darüber sprechen dürfen.