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Europa

Keno Verseck
Journalist

geb. 1967 in Rostock, freiberuflicher Journalist mit Schwerpunkt Mittel- und Südosteuropa.

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piqer: Keno Verseck
Montag, 04.02.2019

Tschechien: Der Anti-Migrations-Premier und seine ausländischen Arbeiter

Die politischen Führungen in Nord-, Mittel- und Südosteuropa sind bekanntermaßen in mehr oder weniger striktem Maße gegen Migration und illegale Einwanderung. Doch diese Haltung stellt sie in ihren eigenen Ländern vor ein schwerwiegendes sozialökonomisches Problem: Durch die massive Abwanderung der Menschen aus ihren Heimatländern herrscht in allen osteuropäischen EU-Staaten, vor allem in Mittelosteuropa, massiver Arbeitskräftemangel. Einige der Länder versuchen ihn durch Duldung oder Förderung von Einwanderung aus Nicht-EU-Ländern zu beheben. Das beredtste Beispiel dafür ist Tschechien: Der tschechische Premier und Milliardär Andrej Babiš macht seit Jahren gegen Migranten und illegale Einwanderung Stimmung und hat damit auch viele Wähler gewonnen. Doch in den Unternehmen, die zu seinem Agrofert-Konzern gehören, arbeiten viele Ausländer aus Nicht-EU-Staaten, darunter aus Vietnam, der Ukraine und der Mongolei. Ins Land gekommen sind sie unter zweifelhaften Umständen, bezahlt werden sie miserabel. Ich habe zu diesem Thema eine investigative Recherche unternommen und mit vietnamesischen Arbeitern gesprochen, die viel Geld an illegale Arbeitsvermittler bezahlt haben, um ein Arbeitsvisum für Tschechien zu bekommen und die mit falschen Versprechungen ins Land gelockt wurden – und nun in Babiš' Fabriken schuften. Mutmaßlich war bei der Vergabe von Arbeitsvisa auch Korruption im Spiel. Eine schmutzige Geschichte eines Ministerpräsidenten, der selbst als Saubermann auftritt und zu dessen bevorzugten Slogans es gehört, dass er in Tschechien mit Korruption, Vettern- und Misswirtschaft aufräumen und das Land auf Vordermann bringen werde.

Tschechien: Der Anti-Migrations-Premier und seine ausländischen Arbeiter
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