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Europa

Mafia – ein italienisches Artefakt? Eher ein europäisches Problem

Sven Prange
Journalist
Zum piqer-Profil
Sven PrangeDonnerstag, 26.08.2021

Wir sollten mal über die Mafia reden. Auch wenn das irgendwie nach 80er oder 90er Jahre und Südeuropa klingt. Ist es aber nicht. Die beiden großen Krisen der vergangenen zehn Jahre – die Euro-/Schulden-Krise und die Corona-Krise – haben die drei großen italienischen Mafia-Organisationen Cosa Nostra (Ursprung Sizilien), 'Ndrangheta (Kalabrien) und Camorra (Kampanien) genutzt, um endgültig in den Grau- und Weißbereich der nordeuropäischen Wirtschaft vorzustoßen, bis weit in den deutschen Immobilien- und Infrastrukturmarkt. Das äußert sich leider oft nur in Statistiken und Polizeiberichten, weswegen sich niemand dafür interessiert – obwohl das Problem nach allen Erkenntnissen wächst und nicht sinkt. Und zwar auch in Deutschland. Im Allgäu etwa, am Bodensee, rund um Stuttgart oder nahezu flächendeckend in Ostdeutschland und NRW. Deswegen ist dieser Film so wichtig.

Die italienische Filmautorin Chiara Sambuchi zeichnet Lebenswege, Erfahrungen und Schicksale von Menschen nach, die im sizilianischen Palermo seit Jahrzehnten mit dem organisierten Verbrechen leben müssen. Das ist so eindrucksvoll, weil diese Menschen erzählen: Hat das organisierte Verbrechen einmal Fuß gefasst und trifft auf keinen gut organisierten Staat, der seinen Bürger:innen Perspektiven bietet, infiltriert sie erst Staat, dann Gesellschaft und zersetzt schließlich beides.

Mit dem unter Polizeischutz lebenden Journalisten Paolo Borrometi, dem Kriminologen Nando dalla Chiesa, der wunderbaren Journalistin Petra Reski und vor allem mit dem Soziologen Marco Omizzolo, der unter beständiger Bedrohung die in Deutschland weitgehend ignorierten Dimensionen der Agromafia erforscht, hat Sambuchi zudem eindrucksvolle Protagonisten gewonnen.

Da, wo Politik wegguckt, dort, wo Europa die Entwicklung seiner Peripherie vergisst, dort entstehen Zustände wie in diesem Film. Und sind sie dort einmal etabliert, bleiben sie nicht an der Peripherie.

Mafia – ein italienisches Artefakt? Eher ein europäisches Problem

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Kommentare 1
  1. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor 21 Tagen

    Deinen piq aus dem Februar erwähne ich an dieser Stelle auch einmal: "Wie die Mafia Deutschland unterwandert". https://www.piqd.de/eu...

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